Zum Hauptinhalt springen

Flughafen macht erstmals über 1 Milliarde Umsatz

Der Flughafen Zürich hat im vergangenen Jahr mit den Erträgen erstmals die Schallgrenze von einer Milliarde Franken durchstossen. Auch die Passagierzahlen stiegen auf ein Rekordhoch.

Der Flughafen Zürich hat 2016 erstmals mehr als eine Milliarde Franken Umsatz erzielt. Flughafen-CEO Stephan Widrig erklärt im Interview mit sda den Erfolg und nimmt Stellung zu den Einschränkungen der Politik und einm möglichen Grounding von Air Berlin.

Wie Lukas Brosi, seit einem Monat Flughafen-Finanzchef, am Montag vor den Medien in Zürich sagte, stiegen die Erträge gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent auf 1012,8 Millionen Franken. Davon entfielen rund 61 Prozent auf das Fluggeschäft ( 3,9 Prozent). Gesteigert werden konnten auch die Kommerzerträge. Rückläufig waren dagegen die Consultingerträge. Dies, weil zwei Beratungsmandate in Indien und Kasachstan ausliefen, so Brosi. Insgesamt beliefen sich die Non-Aviation-Erträge auf 392,4 Millionen, ein Plus um 0,2 Prozent.

Das Betriebsergebnis (EBITDA) stieg auf 579 Millionen Franken ( 3,8 Prozent). Der Konzerngewinn lag bei 248 Millionen. Klammert man die Sondereffekte aus, resultiert ein Ergebnis von 239,5 Millionen ( 11,2 Prozent).

Sondereffekte

Die Sondereffekte resultierten namentlich aus einer zusätzlichen Kaufpreiszahlung von 7,3 Millionen Franken für das Grundstück «The Circle» sowie einer Abschlagszahlung aus der Swissair-Konkursmasse von 3,5 Millionen Franken. Die Investitionen betrugen 2016 insgesamt 220,7 Millionen Franken, wie Brosi sagte. Die grössten Brocken waren 46,6 Millionen für «The Circle», 36,7 Millionen für die Aufwertung des Terminals 2 sowie 33,5 Millionen für die Erweiterung der Parkhäuser. Für 15,2 Millionen Franken wurden die Vorfahrten bei Ankunft und Abflug erneuert, die im Juni in Betrieb genommen wurden.

Die guten Zahlen lohnen sich für die Aktionäre. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende von 3,20 Franken pro Aktie sowie eine ebenso hohe Zusatzdividende aus den Kapitaleinlagereserven beantragen. Bereits im Januar hatte der Flughafen die Passagierzahlen für 2016 bekannt gegeben. Das Jahr wurde mit einem neuen Rekord von 27,7 Millionen Passagieren abgeschlossen, das waren 5,3 Prozent mehr als 2015. Die Zahl der Flugbewegungen betrug knapp 270'000 ( 1,5 Prozent), die Auslastung der Maschinen sank um 1 Prozentpunkt auf 75,8 Prozent).

Weitere Grossprojekte in Arbeit

Laut Flughafen-Chef Widrig sind weitere Grossprojekte bereits im Bau, etwa neue Standplätze im Westen und Süden samt einem Spotter-Hügel, oder in Planung, etwa eine neue Gepäcksortieranlage. Dieses 300-Millionen-Franken-Projekt soll 2023 fertig sein.

Zum Abschluss kommt diesen Frühling die Beteiligung am Flughafen im indischen Bangalore. Die letzten 5 Prozent werden laut Brosi «in den nächsten Wochen» verkauft und sollen einen Gewinn von 30 bis 35 Millionen bringen.

Für das laufende Jahr prognostiziert der Flughafen ein weiteres Passagierwachstum von rund 4 Prozent sowie leicht höhere Zahlen für Flugbewegungen und Ergebnis. Vorgesehen sind Investitionen von rund 300 Millionen Franken.

Kein Wettbewerb mit Mega-Hubs

Die bisherige Strategie wolle man beibehalten, sagte der Flughafen-Chef. Das bedeute unter anderem, dass man einen Hub mittlerer Grösse mit hohem Standard und hoher Leistungsfähigkeit erhalte wolle. Klar sei: «Wir wetteifern nicht mit Mega-Hubs wie etwa London». Aber es müsse eine Entwicklung «entlang der Volkswirtschaftlichen Nachfrage» erfolgen.

Man strebe «kein unkontrolliertes Wachstum» an. Um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können, brauche es jedoch politische Rahmenbedingungen, die eine Entwicklung erlaubten und die Planungssicherheit sowohl für die Bevölkerung als auch für den Flughafen und seine Partner gewährleisteten. Kleine Verbesserungen hier und dort könnten nur kurzfristig Probleme beheben, sagte Widrig. Eines der grossen Probleme seien die Engpässe aufgrund des Pistensystems. Dieses sei seit 1976 unverändert, so Widrig. Und dies, obwohl der Verkehr seither auf das Dreifache zugenommen habe.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch