Flughafen

Flughafen-Biber ist wieder fleissig am Stauen

Vor Jahren sorgten die ersten Biber für erstaunte Fachleute, als die geschützten Nager in einem Bachtunnel den Flughafen unterquerten. Ihr erster Damm in einem Schutzgebiet bei Winkel ist später entfernt worden. Doch die Biberfamilie hat sich zwischen Panzer- und Flugpiste bis heute behaupten können.

Der neue Damm verschafft dem Biber optimale Wasserwege, wo er sich schwimmend fortbewegen kann.

Der neue Damm verschafft dem Biber optimale Wasserwege, wo er sich schwimmend fortbewegen kann. Bild: cwü

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach vielen Jahren des unauffälligen Daseins machen die Biber am Flughafen wieder mit grösserer Geschäftigkeit auf sich aufmerksam. In einem kleinen Bach im sogenannten Saumgraben beim Schutzgebiet Halbmatt gibt es einen Damm. Und es ist nicht der einzige: Auf rund 300 Metern haben die scheuen Pflanzenfresser begonnen, den Bach gleich an vier Stellen zu stauen.

Der bislang grösste Damm ist rund einen Meter hoch und von den Wanderwegen beidseits des Bachlaufs gut erkennbar. Damit ist das Bauwerk aus feinen Zweigen und etwas festerem Gehölz noch nicht so massiv wie der erste Damm an gleicher Stelle. Denn 2008 hatten die Biber hier einen rund zwei Meter hohen Damm gebaut und nebenan auch Teile des Schutzgebietes geflutet.

Bachdurchlass neu mit Gitter

Dass sich die Biber im besagten Schutzgebiet zwischen Flughafenzaun und Panzerpiste wohlfühlen, ist für Urs Wegmann, Ranger und Biberbeauftragter des Kantons, keine Überraschung. «Das Nahrungsangebot vor Ort ist genügend gross, sodass die Tiere auch im Winter gut über die Runden kommen.» Obwohl der erste Damm einst entfernt wurde, liessen sich die tierischen Wasserbauingenieure nicht unterkriegen. Ihr Lebensraum in unmittelbarer Umgebung umfasst mehrere Teiche und biete genügend Rückzugsmöglichkeiten, erklärt der Bassersdorfer Biberspezialist.

Ein Blick in die Unterlagen des alle paar Jahre durchgeführten Bibermonitorings zeigt ihm, dass die besagte Population am Flughafen seit 2008 immer anwesend war. «Es muss sich um eine Familie handeln», weiss Wegmann aufgrund von unterschiedlich grossen Bissspuren am Gehölz.

Dass die Flughafenbetreibergesellschaft nach den ersten Biberberichten von 2008 den zuvor ungesicherten und für Fussgänger begehbaren Bachdurchlass mit einem massiven Gitter absperren liess, konnte die Biber offensichtlich auch nicht vergraulen. Ist es doch der einzige Zugang zum Schutzgebiet auf dem Wasserweg. Die ersten Biber mussten auf diesem Weg von der Glatt her schon vor über zehn Jahren zu ihrem heutigen Revier gelangt sein. Inwiefern Biber das Gitter jetzt noch passieren können, ist unklar.

Rund 300 Tiere im Kanton

Ob der neuerliche Dammbau dereinst zum Problem werden könnte, kann Wegmann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Das müsse sich noch zeigen.

Als Leiter der im Jahre 2014 geschaffenen kantonalen Biberfachstelle ist der Unterländer für allerlei Belange im Zusammenhang mit dieser geschützten Tierart zuständig. Gerade in der Nähe von landwirtschaftlichen Kulturen können Konflikte auftreten. Die in der Schweiz einst ausgestorbene Spezies des Castor fiber hat sich inzwischen auch im Kanton Zürich wieder grosse Gebiete zurückerobert. Derzeit schätzt man den Bestand im Kanton auf rund 300 Exemplare.

Erstellt: 12.08.2016, 08:52 Uhr

Der einzige Zugang zum Revier ist inzwischen mit Gittern gesichert. (Bild: cwü)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben