Kantonsrat

Haltestellen für Autostopp: Regierungsrat muss neue Infrastukur ins Auge fassen

Die Alternative Liste will Carsharing-Angebote fördern. Die Mehrheit unterstützt das Anliegen.

Autostopp-Haltestellen sollen dazu führen, dass Autofahrten besser ausgelastet werden.

Autostopp-Haltestellen sollen dazu führen, dass Autofahrten besser ausgelastet werden. Bild: Archiv

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Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten im Verkehr. Wer zum Beispiel eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann heutzutage über entsprechende Apps fündig werden.

Dieses Potenzial gelte es vermehrt zu nutzen, findet Manuel Sahli, AL-Kantonsrat aus Winterthur. Er reichte daher einen Vorstoss ein. Seine Forderung: Der Zürcher Regierungsrat soll die Einführung von Autostopp-Haltestellen an Kantonsstrassen prüfen und einen entsprechenden Pilotversuch starten.

Ähnliches Modell in Luzern

Sahli erhofft sich davon in Randregionen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht erschlossen sind, Alternativen zu schlecht ausgelasteten Autofahrten - und bessere Verbindungen.

Der AL-Kantonsrat verweist auf ähnliche Modelle im In- und Ausland. So führte der Luzerner Verkehrsverbund nach einer zweijährigen Pilotphase Ende 2017 ein System ein, bei dem sich Mitfahrende per SMS anmelden können und dann an entsprechend markierten Haltestellen mitgenommen werden.

«Mittels digitalen Anzeigen ist es möglich, vorbeifahrenden Autofahrern anzuzeigen, wohin die wartenden Personen reisen wollen», erklärte Sahli. Das System werde mittlerweile auch in der Region La Chaux-de-Fonds genutzt. Zudem gebe es in den Niederlanden in Städten eigens für Autostopp eingerichtete Haltestellen.

Der Regierungsrat hatte schon im Vorfeld der Debatte darauf hingewiesen, dass ähnliche Versuche andernorts in der Schweiz nur auf geringe Nachfrage gestossen waren. So werde das Luzerner Projekt «Taxito» im Durchschnitt von zwei Personen pro Tag genutzt. Diese Nachfrage sei «nicht relevant», sagte Regierungsrätin Carmen Walker Späh.

Der Zürcher Regierungsrat wolle daher kein Geld für Autostopp-Haltestellen ausgeben. Allerdings verfolge er die Entwicklung neuer Verkehrslösungen mit Interesse. «Würde man jedes Auto voll besetzen, würde sich die heutige Verkehrsmenge um drei Viertel reduzieren», sagte Walker Späh. In der Schweiz ist ein Auto durchschnittlich mit 1,6 Personen belegt; im Pendlerverkehr sind es lediglich 1,1 Personen.

Regierungsrat hat zwei Jahre Zeit

Unterstützung erhielt Sahlis Postulat von der SP, AL, den Grünen, der GLP und der EVP, was für eine Mehrheit von 90 zu 79 Stimmen reichte. SVP, FDP, EDU und CVP waren dagegen.

«Die Erstellung von Haltestellen an Kantonsstrassen ist schwierig und vermutlich teuer», sagte Ulrich Pfister (SVP, Egg). Dieses Argument liess Theres Agosti (SP, Turbenthal) nicht gelten: Bereits bestehende Haltestellen könnten als Autostopp-Haltestellen genutzt werden, fand sie.

Es gelte auch über Autostopp-Haltestellen hinauszudenken, meinte Franziska Barmettler (GLP, Zürich). Der Regierungsrat hat nun zwei Jahre Zeit, einen ausführlichen Bericht zur Forderung des Kantonsrats zu erstellen.

Erstellt: 19.08.2019, 16:58 Uhr

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