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Heute Abend wird klar, wer alles für den 2. Zürcher Sitz antritt

SVP, FDP und CVP wollen heute Abend entscheiden, ob und wie sie in den zweiten Wahlgang für die Vertretung im ­Ständerat steigen.

Ruedi Widmer

Theoretisch ist es möglich, dass die Parteien für den Wahlgang am 22. November einen völlig neuen Kandidaten präsentieren. Die SVP zum Beispiel könnte Hans-Ueli Vogt, der im ersten Wahlgang auf dem dritten Platz landete, für den zweiten Wahlgang mit dem erfolgreichsten Nationalratskandidaten Roger Köppel ersetzen. Parteikollegin Natalie Rickli schlug dies gestern öffentlich sogar so vor. Wie Köppel im Interview mit dieser Zeitung jedoch sagt, sei eine Ständeratskandi­datur für ihn «kein Thema». Der Rucksack für seinen Antritt im Nationalrat sei schwer genug.

Gründe für Verluste

Dennoch: Von der SVP erfahren die Wählenden frühestens heute Abend, mit wem die Partei dann wirklich antritt. Auch FDP und CVP wollen heute besprechen, wie sie mit ihren Kandidaten des ersten Wahlgangs, Ruedi Noser und Barbara Schmid-Federer, vorgehen wollen. Bei Schmid-Federer ist die Wiederkandidatur angesichts ihres 6. Platzes un­sicher. Noser hingegen gilt als Zweitplatzierter hinter dem gewählten Daniel Jositsch (SP) als Favorit für den zweiten Ständeratssitz. Die Grünen entschieden am späten gestrigen Abend, Bastien Girod nochmals ins Rennen zu schicken.

In Bundesbern wurde am ersten Tag nach der Wahl vor allem über die Gründe der Verluste der politischen Mitte und über die Wiederwahl von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gerätselt. Nach den deutlichen Sitzgewinnen von SVP und FDP im Nationalrat sowie dem Einbruch der Mitte bekräftigte die SVP als wählerstärkste Partei ihren Anspruch auf einen zweiten Sitz in der Landesregierung. Und nicht nur das: Beobachter im Bundeshaus vermuten einhellig, dass die rechtsbürgerliche Mehrheit einigen Dossiers ihren Stempel aufdrücken wird. Beispielsweise in der Europapolitik dürfte die SVP zwar isoliert bleiben. Doch eines sei so gut wie sicher: Es werde wohl mehr gespart werden in den nächsten vier Jahren und die Ener­gie­wende sei wohl generell gefährdet.

Grosse siegten in der Region

Die Winterthurer Polizeistadt­rätin Barbara Günthard-Maier hat ihre Ambitionen auf den Nationalrat vorerst auf Eis gelegt. Sie wurde am Sonntag trotz eines Topresultats in Winterthur vom Oberstammer Gemeindepräsidenten Martin Farner vom Nachrückplatz der FDP verdrängt. Sie nehme das «staatsmännisch», sagt Günthard. «Ausserdem gefällt mir mein Job als Stadträtin ausgezeichnet.» Die Nachlese der Wahlergebnisse zeigt auch: In den Bezirken Andelfingen und Winterthur gewinnen die drei grossen Parteien SVP, SP und FDP. Das Nachsehen haben Mitte-, Grüne und Kleinparteien. Ein Trostpflaster für die stark gebeutelte GLP ist Mar­tha­len, die einzige Gemeinde im Kanton, in der die Partei zulegen konnte.

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