Hitzewelle

Hitzewelle könnte Rekorde brechen

Die Hitzewelle der kommenden Tage dürfte im Grossraum Zürich am Mittwoch und Donnerstag ihren Höhepunkt erreichen: Dann sind bis 37 Grad möglich.

Vor allem zur Wochenmitte hin wird das Thermometer weit über 30 Grad anzeigen.

Vor allem zur Wochenmitte hin wird das Thermometer weit über 30 Grad anzeigen. Bild: Keystone

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Ab Dienstag baut sich über der Schweiz eine für die Jahreszeit aussergewöhnliche Hitzewelle auf. Gemäss Meteoschweiz stehen die Chancen gut, dass auf der Alpennordseite verbreitet neue Hitzerekorde für den Monat Juni oder gar für die gesamte Sommerperiode (Juni bis August) aufgestellt werden.

Im Grossraum Zürich sind je nach Standort Maximum-Temperaturen von 34 bis 37 Grad möglich – dies vor allem am Mittwoch und Donnerstag. Am heissesten dürfte es gemäss Meteoschweiz-Meteorologe Daniel Gerstgrasser in den «Hitze-Spots» im Norden des Kantons Zürich (entlang des Rheins) sowie in den städtischen «Hitzeinseln» wie Winterthur und Zürich werden. Etwas weniger extrem – aber immer noch heiss – werden die Temperaturen am Zürichsee ausfallen.

Bisherige Allzeit-Sommertemperaturrekorde in der Region:

  • Kloten: 37,1 Grad (13. August 2003)
  • Zürich-Fluntern: 36 Grad (13. August 2003)
  • Wädenswil: 35,5 Grad (13. August 2003)
  • Aadorf-Tänikon: 36,1 Grad (27. Juli 1983)

Verantwortlich für die Hitzewelle ist ein Tiefdruckgebiet. Dieses positioniert sich am Dienstag über der iberischen Halbinsel und schaufelt auf seiner Vorderseite Luft aus Nordafrika Richtung Alpenraum. Gleichzeitig bildet sich über Mitteleuropa ein Hochdruckgebiet. Dieses wird durch den steten Zufluss der extrem heissen Luft aus Südwesten «gestützt» – ein typischer Vorgang bei solchen Wetterlagen.

Dieser Vorgang setzt sich gemäss Daniel Gerstgrasser bis und mit Donnerstag fort. Die grösste Hitzebelastung tritt also im Rahmen des «Heissluftgebläses» am Mittwoch und Donnerstag auf, wobei phasenweise Saharastaub in der Atmosphäre zu finden sein wird. Dies könnte sich paradoxerweise sogar dämpfend auf die Temperaturen auswirken – dann nämlich, wenn die Staubkonzentration so hoch ist, dass die Sonneneinstrahlung getrübt wird.

So unerträglich die hohen Temperaturen vielen auch vorkommen werden – die Region kommt bei dieser Hitzewelle noch vergleichsweise glimpflich davon. Die heisseste Luftmasse liegt nämlich an diesen Tagen westlich der Schweiz, vor allem über Süd- und Zentralfrankreich. Dort gibt es verbreitet über 40 Grad.

Weniger heiss ab Freitag

Gemäss Daniel Gerstgrasser gehen die Temperaturen im Verlauf der zweiten Wochenhälfte langsam zurück. Es bleibt zwar weiterhin heiss, die Extremwerte vom Mittwoch und Donnerstag werden vor allem in der Nordostschweiz aber nicht mehr erreicht. Das ursächliche Tiefdruckgebiet verlagert sich nämlich Richtung Norden, wodurch die Zufuhr extrem heisser Luft unterbrochen wird. Etwa ab Montag steigt dann auch das Gewitterrisiko, vor allem in Voralpennähe.

Ein Ende der Hitzewelle deutet sich derzeit auf Anfang nächster Woche an: Die Modelle zeigen dann eine Gewitterfront an, welche das Temperaturniveau wieder auf erträglichere Werte senken könnte. Aufgrund das langen Zeithorizontes ist dieser Wetterwechsel aber noch unsicher.

Meteoschweiz hat für das Flachland des Kantons Zürich eine Hitzewarnung der Stufe 3 (von 4) herausgegeben. Diese gilt vorderhand bis und mit Sonntag.

Leserwanderung abgesagt: Aufgrund der zu erwartenden Hitze wird auch die Leserwanderung durch das gletschergeformte Zürcher Oberland vom Mittwoch, 26.Juni abgesagt. Weitere Auskünfte gibt es unter: Hansueli Scheidegger, Zürcher Wanderwege Tel. 056 633 3659 / 079 312 69 00

Erstellt: 24.06.2019, 14:48 Uhr

Wie geht es weiter?

Hitze-Höhepunkt Mitte Woche, dann Abschwächung

Um zu sehen, wie sich das Wetter an einem bestimmten Punkt über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt, benutzen Meteorologen unter anderem sogenannte Modell-Ensembles. Auch zur Beurteilung des Verlaufs der aktuellen Hitzewelle werden solche Diagramme angewendet.

Hier zu sehen ist das Modell-Ensemble des US-Wetterdienstes GFS für die Stadt Zürich. Die y-Achse zeigt die Temperatur auf rund 1500 Meter Höhe. Als Faustregel kann pro 100 Höhenmeter 1 Grad hinzugerechnet werden, im Sommer sogar noch mehr. Wenn das Modell also auf 1500 Meter 25 Grad anzeigt, dann sind auf 500 Meter Höhe mindestens 35 Grad möglich. Auf der x-Achse sind die Niederschläge abgebildet.

Die Linien stellen den Temperaturverlauf verschiedener Modellläufe dar. Das Diagramm zeigt, dass die aktuelle Hitzwelle ihre Maximum am 26. und 27. Juni erreichen wird. Danach nimmt die Hitzebelastung ab, es bleibt aber hochsommerlich. Niederschläge sind erst wieder um den 1./2. Juli herum zu erwarten. (mst)

Die Ensembles für den Gitterpunkt Zürich zeigen den weiteren Verlauf der Hitzewelle. (Bild: Quelle: GFS / Wetterzentrale.de)

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