Zum Hauptinhalt springen

In Zürich entsteht ein Asylzentrum mit Dorfcharakter

In Zürich-West soll ein neues Bundesasylzentrum entstehen. Nun hat die Stadt Zürich erstmals Pläne vorgelegt.

Das neue Bundesasylzentrum auf dem Duttweiler-Areal soll einen hellen Innenhof haben.
Das neue Bundesasylzentrum auf dem Duttweiler-Areal soll einen hellen Innenhof haben.
Visualisierung Stadt Zürich

Der Bund und die Stadt Zürich wollen auf dem Duttweiler-Areal im Kreis 5 ein modernes Bundesasylzentrum mit Dorfcharakter erstellen. Totalunternehmer können sich ab Freitag für den Auftrag bewerben. Gleichzeitig reicht die Stadt ein Baugesuch ein. Das letzte Wort hat das Stimmvolk. Das Projekt wurde unter Mitwirkung des Staatssekretariates für Migration (SEM) erarbeitet. Dieses gab etwa das Betriebs- und das Nutzungskonzept vor. Im Bundesasylzentrum neben dem Toni-Areal sollen ab 2020 für maximal 25 Jahre lang 360 Asylsuchende - zumeist Familien und Einzelpersonen - untergebracht werden.

«Wir wollen ein Zentrum mit Dorfcharakter», sagte der Zürcher Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) am Donnerstag vor den Medien. Es brauche einen Baukomplex mit guter Wohnqualität, in dem die Sicherheit gewährleistet ist, doppelte sein Amtskollege, Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) nach.

«Wir haben die schwierige Aufgabe, diesen Menschen für kurze Zeit ein Daheim zu bieten, das nie eines werden kann», sagte er. Vorgesehen ist ein dreigeschossiges Gebäude um einen Innenhof. Erstellt werden soll dieses mit vorfabrizierten Modulen - aus Holz oder auch Beton.

Freiräume nach innen

Mit der Nachbarschaft im Quartier hat die Stadt bereits geredet. «Wir sind in einen guten Dialog eingestiegen», sagte Golta. Anliegen der Anwohner sind etwa, dass der Bau «nicht gefängnisähnlich» sein soll oder die Schaffung von halb-öffentlichen Begegnungszonen. Auch wollen die Nachbarn keine Containersiedlung.

Der Gebäudeentwurf der Stadt sieht eine Randbebauung vor. «Das Gebäude schafft nach innen Öffentlichkeit für die Bewohner», sagte Hochbauvorsteher Odermatt. Trotz erhöhtem Sicherheitsdispositiv erhielten diese so Freiräume. Von der Strasse her sehe man nicht hinein. Die offenen, hellen Laubengänge entlang des Innenhofs können begrünt werden.

Das neue Zentrum dient als Ersatz für die derzeitigen Unterkünfte auf dem Juch-Areal in Zürich-Altstetten, wo seit Januar 2014 das beschleunigte Verfahren getestet wird. Mit der Revision des Asylgesetzes, über die am 5. Juni abgestimmt wird, soll dieses Verfahren definitiv eingeführt werden.

Volksabstimmung im Herbst 2017

Die Stadt Zürich und der Bund hatten im Mai 2015 eine entsprechende Vereinbarung für ein neues Bundesasylzentrum unterzeichnet. Dieses sieht vor, dass die Stadt das Zentrum baut und der Bund es für 15 Jahre - mit zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit um je 5 Jahre - kostendeckend mietet.

Das Projekt ausarbeiten und realisieren wird ein Totalunternehmer. Über die Höhe der Kosten konnten die zuständigen Stadträte noch keine Angaben machen. «Sicher kostet es über 20 Millionen Franken», sagte Hochbauvorsteher Odermatt. «Wir suchen das beste und günstigste Angebot.»

Obwohl die Kosten vollumfänglich vom Bund getragen werden, tritt die Stadt Zürich als Bauherrin auf. Dadurch bleiben die demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Stadtbevölkerung gewährleistet. Über den Objektkredit entscheiden müssen der Gemeinderat und das Stimmvolk. Die Volksabstimmung ist für den Herbst 2017 vorgesehen. Mit dem Bau kann frühestens 2018 begonnen werden.

SDA/ori

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch