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Jegge soll Kinder sexuell missbraucht haben

Der als Musterpädagoge bekannte Jürg Jegge soll einen Jungen jahrelang missbraucht haben. Dies behauptet das Opfer in einem Buch, das heute vorgestellt wurde.

Video: Keystone / SDA

Jürg Jegge, der Musterpädagoge und Gründer der Stiftung «Märtplatz» in Freienstein-Teufen, soll ihm schutzbefohlene Knaben jahrelang missbraucht haben. Dies behauptet ein neues Buch, das der Publizist und Sektenexperte Hugo Stamm gemeinsam mit dem mutmasslichen Missbrauchsopfer Markus Zangger geschrieben hat.

Wie Missbrauchsopfer Zangger erzählt, habe Jegge seine Schüler regelmässig in sein Maiensäss, nach Hause und in sein Auto eingeladen haben. Er habe den Jungen aufgeschwatzt, sie würden unter einer psychischen Belastung leiden – «aufgrund ihrer sexuellen Verklemmung». In der Folge sei es dann jeweils zu den Übergriffen gekommen, angeblich «um diese Verklemmungen zu lösen».

Zangger selbst wurde anscheinend von der fünften Klasse an immer wieder von Jegge missbraucht und hat sich gemäss eigener Aussage erst als 27-Jähriger von seinem Peiniger lösen können. Jegge habe ihn zudem immer wieder auch mit Alkohol abgefüllt.

«Die Schulbehörden mussten es gewusst haben.»

Co-Autor Hugo Stamm erhebt auch schwere Anschuldigungen an die Behörden: «Sie mussten gewusst haben, dass etwas schief läuft. Es war so offensichtlich. Er pflegte immer eine enge Beziehung zu den älteren Schülern und nahm sie zu sich nach Hause. Die Schulbehörden haben versagt.»

Mindestens drei weitere Schulkollegen von Zangger haben gemäss den beiden Autoren die Übergriffe bestätigt. Der angeschuldigte Jürg Jegge kam im Buch nicht zu Wort. Zangger will ihm keine Plattform für «Entschuldigungen und Ausflüchte» bieten.

Gemäss den beiden Autoren ist die Schuld von Jegge allerdings unumstritten. Jegge habe im schriftlichen Austausch die Missbräuche indirekt eingestanden.

Jegge galt als «moderner Pestalozzi»

Jürg Jegge ist ein schweizweit bekannter Pädagoge und Schriftsteller aus Embrach. Der heute 73-Jährige war früher als Primarlehrer und Leiter einer Sonderschule tätig und wurde auch als Liedermacher, Fernsehmoderator und Radiomitarbeiter bekannt.

Sein «Erstlingswerk Dummheit ist lernbar» wurde zu einem nationalen Bestseller, gilt heute noch als Standardwerk für Pädagogik ohne Zwänge und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt. Vom renommierten deutschen Magazin «Spiegel» wurde er in einem Beitrag als «moderner Pestalozzi» bezeichnet.

Das mutmassliche Missbrauchsopfer Markus Zangger erklärt die Beweggründe für sein Buch.

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