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Kantonsrat zufrieden mit impfenden Apothekern

Der Zürcher Kantonsrat ist zufrieden damit, dass Apothekerinnen und Apotheker Impfungen gegen Grippe und die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ohne ärztliche Verschreibung vornehmen dürfen.

Der Kantonsrat ist zufrieden damit, wie die Zürcher Apotheker gegen Grippe (Bild) und FSME impfen.
Der Kantonsrat ist zufrieden damit, wie die Zürcher Apotheker gegen Grippe (Bild) und FSME impfen.
Keystone

Der Kantonsrat hat am Montag ein entsprechendes Postulat von FDP, SVP und EVP mit 167 zu 0 Stimmen als erledigt abgeschrieben.

CVP-Kantonsrat und Apothkerverbandspräsident Lorenz Schmid (Männedorf) plädierte dafür, dass auch Masernimpfungen in den Apotheken ermöglicht werden. Eine medizinische Begründung, die dagegen spräche, gebe es nicht. Es sei bloss ein politischer Entscheid, sagte Schmid. Für die von ihm vorgeschlagene abweichende Stellungnahme zur Abschreibung gab es schliesslich aber keine Stimme.

Seit Herbst 2015 können Apothekerinnen und Apotheker bei der kantonalen Heilmittelkontrolle eine Impf-Bewilligung beantragen. Mit der entsprechenden Ergänzung ihrer Berufsausübungsbewilligung können sie nicht nur gegen Grippe und FSME impfen, sondern auch Folgeimpfungen gegen Hepatitis A und B vornehmen, wenn die erste Impfung durch einen Arzt oder eine Ärztin erfolgt ist. Impfen lassen dürfen sich nur gesunde Personen ab 16 Jahren.

Der Regierungsrat setzte mit einer Verordnungsänderung das Anliegen des Postulates aus dem Kantonsrat um. Es handle sich um eine «sehr pragmatische und für die Patienten sichere Lösung», sagte Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP). Allenfalls könnten in einem weiteren Schritt auch zusätzliche Impfungen in den Katalog aufgenommen werden.

Die Frage, welche Impfungen von Apothekern vorgenommen werden sollen, sei den Fachleuten zu überlassen, fand Kaspar Bütikofer (AL, Zürich). «Die Politik soll nicht über Risiken und Nebenwirkungen entscheiden», sagte er.

Schweizweite Lösung anstreben

Impfungen seien sichere und sinnvolle Präventionsmassnahmen, gewisse Impfungen dürften aber nicht zwischen Tür und Angel vorgenommen werden, meinte FDP-Kantonsrätin und Ärztin Nadja Galliker (FDP, Eglisau). Sinnvoll wäre nach Ansicht von Kathy Steiner (Grüne, Zürich) eine gesamtschweizerische Lösung des Bundesamtes für Gesundheit.

Auch in den Kantonen Bern, Freiburg, Neuenburg und Solothurn können heute einzelne Impfungen in Apotheken vorgenommen werden. Im Kanton Zürich sind Impfungen in 50 Apotheken möglich, bisher wurden 80 Bewilligungen an Apothekerinnen und Apotheker erteilt.

SDA/mst

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