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Jenseits von Gut und Böse

Kostüm ist alles. Webers romantische Oper sollte die Saison im Opernhaus eröffnen, aber zu erleben ist eine ästhetisch auf Hochglanz polierte Karnevalsgaudi. Lustig wird der «Freischütz» zum Abschuss freigegeben.

Es ist sein Abend: Zwar rennt der Teufel (Florian Anderer) immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand, aber er hat auch am meisten Spass an der Geschichte.
Es ist sein Abend: Zwar rennt der Teufel (Florian Anderer) immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand, aber er hat auch am meisten Spass an der Geschichte.
Jörg Michel

Am schönsten war der Moment kurz vor Beginn der Aufführung. Durch das Geschwätz des Publikums und das Gefiedel der sich einspielenden Musiker hindurch klang in lauterer Harmonie der Gesang der Hörner, letzte Probe für Takt 10 der Ouvertüre, im Gewusel unverstellt der ganze romantische Zauber. Dem will die Inszenierung offensichtlich an den Kragen. Mit Gewalt: Ein pulsierendes Video von «schönen» Farbkreisen auf der bühnenportalgrossen Leinwand zur Ouvertüre bombardiert das Publikum. Der Angriff auf die Augen blendet das Gehör, und so ist der ganze Abend.

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