Miss Schweiz

Lächeln, laufen, lächeln, laufen

Der Countdown läuft, und mit ihm die Missen: Am Samstag wird nach drei Jahren wieder eine Miss Schweiz gekürt. Mit dabei ist die Rapperswilerin Mercedes Klingelfuss. Ein Augenschein bei den Proben zeigt: Noch sitzen erst die Stilettos.

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Wenn Schuhe zu Katastrophen werden, behält sie einen kühlen Kopf: «Bei wem ists gut, bei wem ‹une catastrophe›?» Mit strengem Blick mustert Grazia Covre die Sandalen ihrer Schützlinge, 22 Füsse, glitzernde Riemchen, Killerabsätze. Wer braucht eine Nummer grösser, wo drückt der Schuh? Eine der Damen verzieht das Gesicht. «Tu as quel numéro?» Schuhkartons wandern hin und her, Papier raschelt, «da ist noch eine 39!». «So, meine Lieben, und jetzt ab mit euch, vai, vai, zack, zack!»

Grazia Covre ist die Frau, die im Tohuwabohu aus Schuhen, Kleidern und zarten Damenfüssen den Überblick behält. Die Choreografin und künstlerische Leiterin der Miss-Schweiz-Wahl sorgt dafür, dass die elf Finalistinnen in der Wahlnacht morgen Abend eine gute Figur machen. Mit kariertem Rock und Strick­jacke, die Haare mit einem Tuch zum Turban frisiert, sticht sie wie ein bunter Vogel aus der Schar der Missen hervor. Diese tragen glatt geföhnte Haare, Leggins und Lippenstift – und Pflaster an ­Zehen und Fersen.

«Die hohen Schuhe sind bequemer als sie aussehen.»Mercedes Klingelfuss, Miss-Schweiz-Kandidatin

Unter den Finalistinnen ist auch die Rapperswilerin Mercedes Klingelfuss. Mit den hohen Schuhen hat sie sich bereits angefreundet: «Bequemer, als es aussieht», kommentiert sie ein paar beige Plateauschuhe. Die Riemchensandalen seien weitaus anspruchsvoller – «da rutscht man schnell hin und her». Dafür geben die Schuhe den Blick frei auf das Tattoo, das den Knöchel der hübschen Brünetten ziert. Es sei das Geburtsdatum ihres Freundes, sagt sie schüchtern, auf die römischen Ziffern angesprochen.

Hartes Training

Zwischen Schuhe anprobieren und Lauftraining findet die23-Jährige einen kurzen Moment, um aus dem Nähkästchen zu plaudern. Das Programm sei dicht, sagt sie über das Missen-Camp, jeden Tag stehe ein Training an. Die Proben gehen, wie auch die Wahlnacht, in der Trafohalle Baden über die Bühne.

Die Missen sind im gleichen Komplex einquartiert, damit die Vorbereitungen direkt am Morgen beginnen können. Mal dauern sie bis spätabends, mal finden sie, wiean diesem Nachmittag, mit den männlichen Tänzern statt, deren Augen zwischen Flickflacks und Drehungen verstohlen an den Missen auf- und abwandern. «Spannend» sei das alles, sagt Klingelfuss, die Vorfreude steige mit jedem Tag.

Mit dem Velo auf der Bühne

Nachdem die Stöckelschuhe erprobt sind, geht es an die eigentliche Choreografie. Weil die Bühne erst aufgebaut wird, müssen die Anwärterinnen im schlichten Nebenzimmer proben. Musik schallt aus den Boxen, die Tänzer umgarnen die Missen, auf Kommando trippeln die elf Damen los. «Jetzt den Circle, und macht grosse Bewegungen», ruft die Choreografin ihnen zu.

Jede Kandidatin hat ihr eigenes Requisit – ein Velo für die sportliche Waadtländerin, ein Stethoskop für die Pflegefachfrau, Masseurin Mercedes, die Mode als ihre ­grosse Leidenschaft bezeichnet, posiert vor einem Kleiderständer. Immer wieder stoppt die Musik, wo soll das Velo durchfahren, wie gross ist die Bühne? «Haben wir genug Platz?», will jemand wissen. Die Choreografin nickt beruhigend: «Trust me – you will look amazing.»

Die Wahl wird morgen Samstag, 20.15 Uhr , auf Sat 1 Schweiz übertragen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.03.2018, 16:49 Uhr

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