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Listenwähler verhielten sich diszipliniert

Das Panaschieren, also das Einwechseln von Kandidierenden anderer Parteien auf eine Liste, hatte bei den kantonalen Wahlen vom 12. April nur einen geringen Einfluss.

Für einmal spielte das Panaschieren bei der Verteilung der 180 Zürcher Kantonsratssitze nur eine untergeordnete Rolle.
Für einmal spielte das Panaschieren bei der Verteilung der 180 Zürcher Kantonsratssitze nur eine untergeordnete Rolle.
Keystone

Wie aus der am Montag veröffentlichten Panaschier-Statistik hervorgeht, wären ohne diese Möglichkeit nur wenige der 180 Sitze anders vergeben worden. Rein theoretisch hätten SVP, SP und FDP mit einer reinen Listenwahl je einen Sitz mehr erhalten, die Grünen, die CVP und die EVP je einen weniger.

Dass das Panaschieren keinen grösseren Einfluss hatte, erklärt das Statistische Amt des Kantons Zürich damit, dass sich ein erheblicher Anteil der Stimmen gegenseitig aufhob. Insgesamt schrieben 8,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler Kandidaten anderer Parteien auf ihre bevorzugte Liste.

Die Statistik zeigt, wie diszipliniert sich Listenwähler einer Partei verhielten - oder in welchem Ausmass sie über den Zaun grasten und «ihrer» bevorzugten Partei Stimmenverluste bescherten.

SVP- und EDU-Wähler besonders diszipliniert

Am diszipliniertesten waren gemäss Statistik die SVP- und EDU-Wähler. Sie warfen am häufigsten vollständige Listen «ihrer» Parteien ein. Am anderen Ende der Rangliste ist die BDP. Auf deren Listen fanden sich besonders häufig Kandidierende von anderen Parteien. Die übrigen Parteien tummeln sich im Mittelfeld.

Besonders häufig ausgetauscht wurde bei den diesjährigen Kantonsratswahlen bei den drei Parteien des linken Lagers. Auf beinahe der Hälfte der AL-Wahlzettel fand sich im Schnitt eine SP-Kandidatur, aber auch Grüne waren gut vertreten.

Verglichen mit den Wahlen im Jahr 2007 waren die AL-Wähler in diesem Jahr aber viel listentreuer. Umgekehrt setzten Grüne und SP-Wähler allerdings nur selten AL-Kandidaten auf die Liste.

FDP-Wähler rutschten etwas nach rechts

Die SVP wiederum ist bis weit in die Mitte hinein attraktiv: Sie erhielt sehr viele Stimmen von BDP-Wählenden, aber auch von Sympathisanten der FDP, der CVP und EVP. Auch GLP-Wähler wechselten häufig noch einen SVP-Vertreter ein.

Die FDP-Wählenden rutschten bei diesen Wahlen wieder etwas mehr in Richtung SVP. Bei den Wahlen vor vier Jahren waren sie noch mehr mitte-orientiert. Dasselbe gilt für CVP- und EVP-Wähler, die etwas weniger deutlich zwar, aber ebenfalls in Richtung rechts rutschten.

SDA/mst

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