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Notfall-App für Lehrer-Handys

Ein Brand im Schulzimmer, ein Unfall im Schwimmunterricht oder eine Drohung - Zürcher Lehrerinnen und Lehrer können künftig über eine App direkt einen Notruf absetzen.

Die App enthält Checklisten zu verschiedenen Notfallereignissen und Rufnummern der Blaulichtorganisationen.
Die App enthält Checklisten zu verschiedenen Notfallereignissen und Rufnummern der Blaulichtorganisationen.
Keystone

Um die Sicherheit an Schulen, Horten und Heimen zu verbessern, hat die Bildungsdirektion eine Notfall-App lanciert. «Es ist wichtig, dass man in Krisensituationen vernetzt ist und den Ansprechpartner kennt», sagte Silvia Steiner (CVP) am Freitag an ihrer ersten Medienkonferenz als Bildungsdirektorin. Während eines Notfalls seien Geistesgegenwart und eine schnelle Reaktion nötig. «Ein Smartphone hat man immer dabei und mit der App auch die wichtigsten Informationen für einen solchen Fall.»

Neben den direkt anwählbaren Rufnummern der Blaulichtorganisationen enthält die App Checklisten zu verschiedenen Notfallereignissen. Die Lehrerinnen und Lehrer können nachlesen, wie sie etwa bei einem Brand, einer Drohung, einem Todesfall oder einem Unfall reagieren müssen.

Eigenen Notfallstab einrichten

Die öffentliche Version der App kann jedermann auf seinem Smartphone installieren. Die Bildungsdirektion entwickelte zusätzlich aber eine interne Version. «Auf dieser können Schulen, Heime und Horte ein eigenes Krisenteam einrichten», sagte Enrico Violi, Beauftragter für Gewalt im schulischen Umfeld.

Die einzelnen Schuleinheiten können sich bei der Bildungsdirektion anmelden und erhalten Tabellen mit den nötigen Nummern. «Jede Schule kann so den eigenen Notfallstab speichern», sagte Violi. Bei Ausflügen oder in Lagern können zudem Nummern von örtlichen Notdiensten und Begleitpersonen erfasst werden.

Die Entwicklung der Notfall-App kostete 270'000 Franken. Entstanden ist sie in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei, dem Lehrerverband sowie der Fachstelle für Gewaltprävention. Einzelne Schulen haben sie bereits getestet. Rund 20'000 Personen sollen von der Anwendung Gebrauch machen.

Lehrer sollen Ernstfall üben

Als «gutes Hilfsmittel» bezeichnete Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands (ZLV), auf Anfrage die neue App. «Es gibt den Schulleitern die Gelegenheit, sich mit Krisensituationen zu befassen - was ja keiner gerne tut.» Sinn mache das Ganze aber nur, wenn es ein jährliches Update gebe und neue Lehrpersonen instruiert würden.

Für «Übung und häufiges Nutzen» plädiert auch Urs Eberle, Sprecher der Zürcher Blaulichtorganisation Schutz&Rettung. «Wenn die Lehrer mehrmals im Jahr die App nutzen und darauf den Ernstfall üben, bringt es etwa», sagte er gegenüber der sda. Ausserdem sollte die App auf dem Bildschirm auf der Hauptseite sofort sichtbar sein.

SDA/ori

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