Rümlang

Rümlang wird ab 2023 Standort eines Bundesasylzentrums

Aus der Militäranlage Haselbach wird das dritte Asylzentrum im Kanton Zürich. Das Ausreisezentrum eröffnet frühestens in sechs Jahren und wird maximal 150 Plätze bieten.

Die Rümlanger Militäranlage Haselbach wird aktuell vom Militär genutzt und präsentiert sich zuweilen wie ein Hochsicherheitstrakt.

Die Rümlanger Militäranlage Haselbach wird aktuell vom Militär genutzt und präsentiert sich zuweilen wie ein Hochsicherheitstrakt. Bild: Francisco Carrascosa

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Nun ist es definitiv - Rümlang wird der dritte Standort eines Bundesasylzentrums in der Asylregion Zürich. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von Bund, Kanton Zürich und der der Gemeine Rümlang unterzeichnet. Die Standortplanung für die künftigen Bundesasylzentren ist damit abgeschlossen.

Auserkoren wurde Rümlang auch wegen seiner Nähe zum Flughafen. Die künftige Anlage wird, genau so wie jene in Embrach, ein reines Ausreisezentrum sein. Für den Standort sprach ausserdem die militärische Anlage «Camp Haselbach». Diese ist im Besitz des Bundes. Auf Ende 2021 wird sie umgerüstet, um frühestens ab dem Jahr 2023 als Bundesasylzentrum genutzt werden zu können.

Deal mit Bund und Kanton ausgehandelt

An der kurzen Medienkonferenz sowie auch an der anschliessenden Bevölkerungsinfo am Dienstagabend betonte Gemeindepräsident Thomas Hardegger, dass man nicht angetan war, als der Bund im letzten Sommer mit dieser Idee beim Gemeinderat vorstellig geworden war. Man habe sich dann aber intensiv mit der Rechtslage auseinandergesetzt und sei schliesslich zum Schluss gekommen, «dass dieses Bundesasylzentrum so oder so in die Anlage Haselbach gekommen wäre».

Da man nun aber die Vereinbarung unterschieben habe, konnte die Gemeinde Rümlang immerhin einige Forderungen stellen: In den Verhandlungen mit Bund und Kanton hat der Gemeinderat die Zustimmung des Kantons, dass die Rümlang bereits ab 2018 stufenweise von der weiteren Aufnahmepflicht für Flüchtlinge entbunden ist. Mit dem erwarteten Rückbau der heutigen Asylunterkünfte und dem Ablauf der provisorischen Bewilligung für die Wohncontainer wird die Gemeinde Rümlang von der Suche nach Unterbringungsplätzen für Asylsuchende komplett entlastet. Künftig sollen Rümlang für die Asylbetreuung und -versorgung also keinerlei Aufwände mehr entstehen. Sämtliche Kosten werden dereinst von Bund und Kanton gedeckt.

Ausserdem werde der umfassende Umbau der Militäranlage, wie auch deren Betrieb, Aufträge für das kommunale und regionale Gewerbe auslösen. Hier sprach die Verantwortliche des Bundes von einem Investitionsvolumen in der Höhe von 20 Millionen Franken.

Gegen 500 Leute an Bevölkerungsinfo

Der Gemeinderat teilte mit, dass man sich anlässlich einer Besichtigung in einer vergleichbaren Anlage in Bremgarten versichern konnte, dass die Betreuung engmaschig sei. Zudem würden auch in Rümlang künftig rund um die Uhr stets Sicherheitsdienste vor Ort sein. Bedenken bezüglich der Sicherheit hätten so ausgeräumt werden können. Der Bund wird mit der Eröffnung des Zentrums für die Bevölkerung und die Behörden eine Hotline einrichten, welche 7 x 24 Stunden besetzt sein wird.

Vor den gegen 500 Anwesenden im Gemeindesaal betonten die Verantwortlichen, dass das Bundesasylzentrum Rümlang dereinst als reines Ausreisezentrum für maximal 150 Asylsuchende konzipiert wird. Darin würden vorwiegend Personen untergebracht, auf deren Asylgesuch nicht eingetreten wurde und die daher kein Bleiberecht in der Schweiz erhalten. Die zunächst etwas angespannte Stimmung im Saal entspannte sich zusehends. Auch weil es den Verantwortlichen - allen voran Regierungsrat Mario Fehr - gelang, die Leute abzuholen. So versprach dieser in resolutem Ton die Umsetzung der Asylpolitik. Man könne doch gerade ihm nicht vorwerfen, dass er das derzeit nicht tun wolle. Fehr war zuletzt wiederholt aus den eigenen Reihen wegen seiner zuweilen sehr harten Ausschaffungspraxis und auch Eingrenzungsentscheiden gegenüber Asylsuchenden hart kritisiert worden.

Im übervollen Saal betonte auch Rümlangs Sozialvorsteherin Rosita Buchli (SVP), dass im besagten Bundesasylzentrum nur Personen aufgenommen würden, die sich vor dem Gesetz nichts zu Schulden hätten kommen lassen. «Wer delinquiert hat, wird anderswo untergebracht.» Letztlich könnten solche kriminellen Fälle auch im Flughafengefängnis landen, von wo sie dann direkt ausgeschafft würden, bestätigte Regierungsrat Fehr.

Erstellt: 28.03.2017, 18:08 Uhr

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