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Schweigepflicht zu Recht aufgehoben

Ein Familienvater wollte verhindern, dass sein Psychiater mit der zuständigen KESB über seine psychische Krankheit spricht. Damit blitzte er vor dem Verwaltungsgericht ab.

Die KESB bat den Psychiater eines Familienvaters um eine Einschätzung über den psychischen Zustand des Mannes und ob er tatsächlich in der Lage wäre, für seine Kinder zu sorgen.
Die KESB bat den Psychiater eines Familienvaters um eine Einschätzung über den psychischen Zustand des Mannes und ob er tatsächlich in der Lage wäre, für seine Kinder zu sorgen.
Keystone

Das Zürcher Verwaltungsgericht hat einen psychisch kranken, dreifachen Vater abblitzen lassen. Der Mann wollte verhindern, dass sein Psychiater mit der zuständigen KESB und dem Sozialzentrum über seine gestörte Persönlichkeit und eine allfällige Familienbegleitung redet.

Der Familienvater leidet seit Jahren unter einer gestörten Impulskontrolle. Über 30 Anzeigen wegen Körperverletzung gehen bereits auf sein Konto. Die ersten Delikte beging er im Alter von 14 Jahren. Gemäss Erläuterungen des Verwaltungsgerichtes schlägt er Personen, auch Angehörige, aus nichtigem Grund spitalreif. Für seinen Psychiater ist klar, dass die Persönlichkeitsstörung nicht behandelbar ist. Auch die Ehefrau leidet unter einer Persönlichkeitsstörung und ist deshalb von der IV abhängig. Gemeinsam haben sie drei Kinder, wobei das älteste aus einer früheren Beziehung der Frau stammt und vom Beschwerdeführer adoptiert wurde. Es ist bereits seit Jahren fremdplatziert.

Weil die Mutter nun an einem Arbeits-Integrationsprogramm teilnehmen sollte, wäre der gewalttätige Vater für längere Zeit alleine für die zwei verbleibenden Kinder verantwortlich. Bei der zuständigen Kindes- und Erwachsenenbehörde (KESB) und dem Sozialzentrum läuteten die Alarmglocken. Sie wollten den Einsatz einer Familienbegleitung prüfen.

Die Behörden baten den Psychiater deshalb um eine Einschätzung über den psychischen Zustand des Mannes und ob er tatsächlich in der Lage wäre, für seine Kinder zu sorgen. Die Gesundheitsdirektion entband den Psychiater dafür von der Schweigepflicht. Sehr zum Missfallen des Vaters, der Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichte.

KESB ist auf solche Daten angewiesen

Das Verwaltungsgericht liess ihn aber abblitzen, wie aus dem kürzlich veröffentlichten Urteil hervorgeht. Im vorliegenden Fall gebe es ernsthafte Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer mit der Betreuung von zwei Kindern überfordert sein könnte. Zudem sei die KESB darauf angewiesen, solch sensible Daten zu erhalten, um überhaupt beurteilen zu können, ob staatliche Unterstützung etwa in Form einer Familienbegleitung angezeigt sei.

Bevor die KESB ihren Entscheid fälle, werde der Vater aber angehört. Gegen allfällige Massnahmen könne er sich über den Rechtsweg wehren, schreibt das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Vater kann es noch ans Bundesgericht weiterziehen.

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