Flughafen

Selbst ist der Passagier

Die Swiss will in Zukunft noch stärker auf das Self-Check-in setzen. Der Trend geht klar in Richtung Selbstbedienung: Weniger als 20 Prozent der Swiss-Kunden sind im letzten Jahr am Schalter eingecheckt worden.

Per Knopfdruck erstellen Self-Check-in-Automaten Bordkarten. Die Nutzung der Geräte geht aber zurück. Dies jedoch nicht, weil das Einchecken am Schalter wieder häufiger ist, sondern weil der Check-in-Vorgang zunehmend automatisiert oder online durchgeführt wird.

Per Knopfdruck erstellen Self-Check-in-Automaten Bordkarten. Die Nutzung der Geräte geht aber zurück. Dies jedoch nicht, weil das Einchecken am Schalter wieder häufiger ist, sondern weil der Check-in-Vorgang zunehmend automatisiert oder online durchgeführt wird. Bild: Leo Wyden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Seit letzter Woche gibt es am Flughafen Zürich bei der Swiss einen neuen Check-in-Schalter. Dieser ist ausschliesslich für Kunden gedacht, die neben einer Bordkarte auch schon über eine Gepäcksetikette verfügen, entweder indem sie diese zuhause ausgedruckt haben, in elektronischer Form bei sich haben oder an einem Check-in-Automaten ausgedruckt haben.

Die Swiss verspricht sich vom neuen Schalter einen Zeit- und Ressourcengewinn. «Die Fluggäste haben neu den Vorteil, dass sie innert kürzester Zeit abgefertigt werden können, da sie lediglich das Gepäckstück am entsprechenden Schalter aufgeben müssen. Dieser Vorgang dauert in der Regel nur noch wenige Sekunden», sagt Swiss-Mediensprecher Stefan Vasic.

Nur noch wenige checken beim Personal am Schalter ein

Der neue «Fast bag drop»-Schalter, wie er nicht nur bei der Swiss, ondern bei der ganzen der Lufthansa-Gruppe heisst, wird an sämtlichen grösseren Hub-Flughäfen wie Zürich, München, Frankfurt und Wien angestrebt. Für die Swiss ist der neue Schalter eine logische Konsequenz. Der teils langwierige normale Check-in-Prozess soll wegkommen vom Luftfahrtangestellten am Schalter und stattdessen maschinell durchgeführt werden.

Die Fluggesellschaft hat deshalb bereits vor Jahren am Flughafen Zürich Self-Check-in-Automaten aufgestellt und ab jenem Moment die Benutzung dieser Geräte durch die Passagiere forciert. Interessanterweise hat die Benutzung der Automaten ihren Zenit aber bereits längst erreicht. 2010 haben sich rund 38 Prozent der Swiss-Passagiere mit diesen sogenannten Kiosk oder CUSS-Automaten (CUSS steht für «common-use self-service, also eine der Allgemeinheit zur Verfügung stehende Selbstbedienung) selbst eingecheckt. Doch danach nahm die Benutzung der Automaten jährlich ab. Im letzten Jahren wurden die Geräte nur noch von 13,7 Prozent der Passagiere genutzt.

Das rührt daher, dass sich das Check-in-Verhalten in den letzten Jahren stark verändert hat. So haben Fluggesellschaften wie die Swiss zum Beispiel das Einchecken automatisiert, indem etwa 24 Stunden vor dem Flug automatisch eine elektronische Bordkarte generiert wird. Das war zwar erst nach 2010 möglich, 2017 wurde hingegen jeder fünfte Passagier so eingecheckt. Stark angestiegen ist in der Zwischenzeit auch der Anteil jener Passagiere, die per Smartphone einchecken: Vor acht Jahren waren das lediglich 1 Prozent, 2017 war es mehr als 10 Prozent. Wenig verändert hat sich nur das Check-in online: 2010 waren es 32 Prozent, 2017 36 Prozent.

Rechnet man diese Zahlen zusammen, ergibt sich ein klares Bild: Über 80 Prozent der Swiss-Passagiere checkten letztes Jahr nicht am Schalter, sondern selbst ein. Entsprechend gestiegen ist das Bedürfnis nach einer Möglichkeit, wirklich nur noch den Koffer abgeben zu müssen. Dieser Bereich soll deshalb weiterhin ausgebaut werden, sagt Vasic. «Das entspricht zweifelsohne dem Trend, sowohl bei den Airlines als auch in anderen Industrien. Auch in Umfragen wird immer wieder bestätigt, dass sich Kunden zunehmend die Möglichkeit zur Selbstbedienung wünschen.»

«Auch in Umfragen wird immer wieder bestätigt, dass sich Kunden zunehmend die Möglichkeit zur Selbstbedienung wünschen.»Stefan Vasic, Swiss-Mediensprecher

Der Trend, eine Dienstleistung selbt erbringen zu können oder müssen, scheint also nicht abzureissen. Dies, obwohl die CUSS-Automaten bei ihrer Einführung durchaus umstritten waren, weil längst nicht alle das Check-in auf sich alleine gestellt bewältigen konnten. Deshalb ist auch heute noch Check-in-Personal vor Ort, Passagieren in der Benutzung der Schalter zu assistieren. «Der Aufwand ist aber inzwischen gesunken, weil die Automaten unter anderem mehr Sprachen beherrschen als früher.

Darüber hinaus beobachten wir, dass gerade ältere Personen immer besser und sicherer im Umgang mit den Automaten werden, was wohl einerseits mit der Fortgeschrittenen Digitalisierung der Gesellschaft zu tun hat, aber sichelrich auch darauf zurückzuführen ist, dass gerade Personen dieser Altersgruppen die Anweisungen oftmals sorgfältiger und genauer lesen als dies bei Digital Natives der Fall ist.» (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 16.01.2018, 17:47 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare