Zürich

Kein Klotz, sondern ein neuer Platz

Die Stadt Zürich und die Zürcher Hochschulen bieten erste Einblicke in ihre Vision des neuen Hochschulquartiers – inklusive Neubau der Architekten Herzog & de Meuron.

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Von «Klotz» und «Riegel» mitten im Quartier war die Rede, als das 4-Milliarden-Grossprojekt des neuen Hochschulgebiets Zürich erstmals vorgestellt wurde. Anwohner fürchteten, dass neue Hochhäuser die Sicht versperren werden. Gestern zeigte sich, dass sich die Befürchtungen nicht bewahrheitet haben. Drei Regierungsräte, zwei Stadträte, die Rektoren der Hochschulen und der Präsident des Spitalrats präsentierten die ersten beiden Projekte: Das neue Hauptgebäude des Universitätsspitals und das Bildungs- und Forschungszentrum der Universität, die je rund 600 Millionen Franken kosten werden.

Turnhallen unter dem Platz

Auf der Wässerwies zwischen Rämi- und Gloriastrasse bauen die Basler Architekten Herzog & de Meuron das Forum UZH der Universität. Als einziger Vorschlag im Architekturwettbewerb wollen die Sieger nicht das gesamte Areal überbauen, sagte Uni-Rektor Michael Hengartner gestern. Vielmehr wird das trapezförmige Gebäude weit zurückversetzt, dorthin, wo heute ein Sportplatz ist. Davor entsteht ein neuer Platz. Fünf Turnhallen sind unter dem Platz geplant. Diese werden auch die Mittelschüler nutzen, deren Turnhallen dort abgerissen werden.

Der Kern des Gebäudes ist eine grosse Halle über fünf Geschosse, die vom Lichthof des Universitätshauptgebäudes inspiriert ist. Der Neubau – das Kollegiengebäude des 21. Jahrhunderts, wie es Hengartner nennt – wird gebaut für 6500 Studierende und 1100 Mitarbeitende der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Neuen Sprachen. Es sind neun Hörsäle und 700 Arbeitsplätze für Studierende geplant neben einer grossen Bibliothek, Mensa, Läden und Cafés.

Das Gebäude liegt zwei Stockwerke unter der im Richtplan zulässigen Maximalhöhe und begeistert auch die Kritiker. Der Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich ist laut einer Mitteilung «beeindruckt» von der Arbeit des Projektteams. Der Verein rekurrierte gegen die drei Gestaltungspläne, die die kantonale Baudirektion 2017 festgesetzt hat. Im März gab ihnen das Baurekursgericht recht. Derzeit ist das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sistiert, wie Baudirektor Markus Kägi (SVP) gestern sagte. Er sei mit den Rekurrenten im Dialog und zuversichtlich, eine gute Lösung zu finden.

Die Rekurrenten wollen dazu Hand bieten. Sie stören sich aber beim Projekt für das neue Universitätsspital noch an der Höhe, die städtebaulich unverträglich sei. Zudem sorgen sie sich um die Verkehrszunahme an der Gloriastrasse, da der Haupteingang und der Notfall des Spitals neu dort angesiedelt werden.

«Wir haben gut zugehört»

Die – ebenfalls Basler – Architekten Christ & Gantenbein planen entlang der Gloriastrasse ein komplett neues Spital. In einer ersten Etappe wird ein neues Hauptgebäude gebaut, bestehend aus zwei Bauten mit Patientenzimmer, Intensivstationen, Operationssälen, Labors und einer Notfallstation. Ein Lichthof und schwebende Verbindungen zwischen den Gebäuden lassen Freiräume offen, damit das Quartier nicht unterbrochen werde, sagte Martin Waser, Präsident des Unispitalrats. Das Volumen des Spitalneubaus wurde um 30 Prozent reduziert und die Maximalhöhe wird um 13 Meter unterschritten. «Wir haben gut zugehört und unsere Hausaufgaben gemacht, sagte Waser. Die Spitalneubauten sollen bis 2026, das Forum UZH bis 2027 fertig werden.

Neben den Architekturwettbewerben haben Stadt, Kanton, Universität und Unispital auch den Vertrag für die Wohnraumrückführung abgeschlossen. Sobald die neuen Räumlichkeiten bestehen, werden 23 Liegenschaften freigegeben und wieder als Wohnungen genutzt.

Ausstellung Bis am 8. Februar sind die beiden Projekte in einer Ausstellung zum künftigen Hochschulgebiet im Amtshaus IV der Stadt Zürich an der Lindenhofstrasse 19 zu sehen. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 08.01.2019, 11:00 Uhr

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