Zürich/Bern

Allein im Juli gab es in der Schweiz rund 300 Hitzetote

Die Hitzewellen der letzten Wochen offenbaren ihre Schattenseiten: Wie das Bundesamt für Statistik auf Anfrage des «Landboten» bestätigt, sind im Monat Juli deutlich mehr ältere Menschen gestorben als zu dieser Jahreszeit üblich.

Die Hitze macht den älteren Menschen besonders zu schaffen: Blick in ein Winterthurer Altersheim.

Die Hitze macht den älteren Menschen besonders zu schaffen: Blick in ein Winterthurer Altersheim. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der heisse Sommer 2015 fordert seinen Tribut: Allein in den ersten zwei Juliwochen dieses Jahres wurden gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) in der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren 2234 Todesfälle registriert. Das sind 12 bis 15 Prozent mehr, als aufgrund des Durchschnittswerts der Vorjahre in dieser Periode zu erwarten gewesen wäre. Wie das BFS gegenüber dem «Landboten» bestätigt, können aufgrund des Mortalitätsmonitorings mindestens 267 Todesfälle im Monat Juli «auf die gleichzeitig beobachtete Hitzewelle zurückgeführt werden». Gewisse Schwankungen gelten zwar als zufällig. In den ersten zwei Juliwochen aber, in denen die Hitze besonders markant war, wurde bei den Personen ab 65 Jahren auch die erwartete Bandbreite an Todesfällen in diesem Sommer erstmals signifikant überschritten. Zahlen zu den ersten Augusttagen liegen hingegen noch nicht vor. Das heisse Wetter stellt laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine starke Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar und trifft vor allem ältere oder geschwächte Menschen.

Das zeigte sich insbesondere im Hitzesommer 2003, in dem in der Schweiz gar 975 zusätzliche Todesfälle (Total aller Sommermonate) zu verzeichnen waren.

Viel Arbeit für Spitäler

Das heisse Wetter hat in den letzten Wochen auch einigen Zürcher Spitälern Mehrarbeit beschert. Am Universitätsspital und im Stadtspital Waid haben an mehreren Tagen im Juli deutlich mehr Patienten die Notfallstationen aufgesucht als üblich, wie deren Sprecher bestätigen. Viele Patienten klagten aufgrund der hohen Temperaturen über Probleme.

Das Kantonsspital Winterthur registrierte den Hitzesommer indirekt. «In früheren Jahren hatten wir im Juli wegen der Sommerferien spürbar weniger Patienten, ganz einfach, weil viele Leute in den Ferien sind», sagt KSW-Sprecher André Haas. «Dieses Jahr führten die Ferienabwesenheiten im Juli kaum zu einer Reduktion der Patientenzahlen.»

Grosse Hitze und hohe Ozonwerte werden uns hierzulande auch in den kommenden Jahren begleiten. Die Zahl der Hitzetage wird laut Wetterfachleuten bis Ende des Jahrhunderts massiv zunehmen. Heute sind im langjährigen Durchschnitt in Tieflagen auf der Alpennordseite 10 bis 15 Hitzetage (30 Grad und mehr) pro Jahr zu erwarten. Gemäss einem von Meteo Schweiz berechneten mittleren Szenario wird man in Zukunft auf der Alpennordseite 30 bis 40 Hitzetage registrieren. Auf der Alpensüdseite erwartet man bis ins Jahr 2100 gar bis zu 80 Hitzetage.

Erstellt: 11.08.2015, 21:59 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Paid Post

Hypo60+ ist die geniale Lösung

Damit geniessen Rentnerinnen und Rentner ihren dritten Lebensabschnitt ganz ohne finanzielle Sorgen.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben