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«Affige» Nachbarn und listige Krähen

Für Marder und Krähen sind die Enten- und Gänseküken ein gefundenes Fressen. Sie von ihren Raubzügen abzuhalten ist ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Aber auch zoo-eigene Tiere sind manchmal Störenfriede.

Listiger Nesträuber: Krähen bedienen sich gerne an den Nestern von Brutvögeln, wie hier bei einem Blesshuhn.
Listiger Nesträuber: Krähen bedienen sich gerne an den Nestern von Brutvögeln, wie hier bei einem Blesshuhn.
Keystone
Konnten bei der Brut «überlistet» werden: Die Verantwortlichen des Zoos Zürich haben den Zergblessgänsen das Gelege durch Gipseier ersetzt und die künstlich bebrüteten Eier erst kurz vor dem Schlupf wieder untergelegt.
Konnten bei der Brut «überlistet» werden: Die Verantwortlichen des Zoos Zürich haben den Zergblessgänsen das Gelege durch Gipseier ersetzt und die künstlich bebrüteten Eier erst kurz vor dem Schlupf wieder untergelegt.
zVg Zoo Zürich
Obwohl die Tierpfleger ein besonderes Auge auf die Plüschkopfeiderente hatten, waren die Krähen schneller und zerstörten einige Eier.
Obwohl die Tierpfleger ein besonderes Auge auf die Plüschkopfeiderente hatten, waren die Krähen schneller und zerstörten einige Eier.
zVg Zoo Zürich
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Der Zoo Zürich ist ein Schlaraffenland für wildlebende Räuber: Saftige Eier, zarte Küken - leckere Happen, quasi auf dem Präsentierteller, soviel man mag. Die Zooverantwortlichen versuchen deshalb, die Räuber zu überlisten und ihnen das Handwerk zu legen.

Füchse fernzuhalten, sei dabei noch das Einfachste, wie der Zoo Zürich in einer Mitteilung schreibt: ein fuchssicherer Zaun genügt. Allerdings muss er jeden Tag kontrolliert und wo nötig ausgebessert werden, wie Zookurator Robert Zingg am Mittwoch vor den Medien ausführte. Schwieriger ist es mit Räubern wie Marder und Iltis, die überall durchschlüpfen, oder aber mit jenen, die aus der Luft zugreifen: Krähen, manchmal auch Graureiher, von denen einige gleich im Zoo nisten.

Eier müssen Eltern rechtzeitig wieder untergelegt werden

Vor allem bei den Wasservögeln sind diese Räuber ein Problem. Die Aussenanlage mit Enten, Gänsen und Schwänen ist schwierig zu schützen. List und Umsicht sind gefragt. Bruthöhlen, Nistkästen und Versteckmöglichkeiten sind etwa auf einer Insel eingerichtet, wo zumindest die Marder nicht hingelangen - Iltisse dagegen sind gute Schwimmer. Bei manchen Wasservögeln holen die Tierpfleger die Eier aus dem Nest, legen an deren Stelle Gipseier hinein und brüten die Eier künstlich aus.

So etwa bei den Zwergblessgänsen. Weil bei ihnen die Eltern-Küken-Bindung zu wichtig ist, tauschte man kurz vor dem Schlupf die richtigen Eier wieder zurück und die ganze Familie wurde in die geschützte Aufzuchtstation verlegt. Als die Kleinen gross genug waren, zügelte die Familie wieder zurück.

Fremdplatzierte Enteneier

Zur «Fremdplatzierung» entschieden sich die Zooverantwortlichen bei den Plüschkopfeiderenten. Die Tiere, die erst seit 2012 im Zoo Zürich zu Hause sind, brüteten dieses Jahr zum ersten Mal. Krähen hatten das auch mitbekommen und behielten das Nest im Auge. Kaum waren die Eier gelegt, waren die Räuber auch schon da. Als der Tierpfleger ankam, waren einige Eier schon kaputt.

Die restlichen vier wurden zum Fertigbrüten einer Mandarinente untergeschoben, die geschützt in einem Brutkasten auf ihrem Nest sass und Temperatur und Feuchtigkeit besser regelt als jeder Inkubator. Kurz vor dem Schlupf wurden sie in einen so genannten Schlupfbrüter gelegt und dann künstlich aufgezogen. Drei überlebten. «Sie werden schon wissen, dass sie Plüschkopfenten sind», so Zingg.

«Affige» Nachbarn

Dass Nachbarn manchmal ganz schön nerven können, mussten die Schwarzhalsschwäne erfahren: In der Pantanal-Anlage hatten sie nichts ahnend ausgerechnet auf der Insel der Gelbbrustkapuzineraffen ihr Nest gebaut.

Von Anfang an ärgerten und störten die pfiffigen Äffchen die behäbigen Neuzuzüger. Die ihrerseits zwickten die Störenfriede derb mit den Schnäbeln und teilten schmerzhafte Flügelhiebe aus. Schliesslich schlüpften fünf Jungschwäne, die auch gut gedeihen. Der Vater beschützt die Familie vor jedem, der ihr zu nahe kommen will, so Zingg.

SDA/heb

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