Zürich

Brandgefahr: SRF Meteo und Kanton uneins

Laut SRF Meteo herrscht im Kanton grosse Waldbrandgefahr; ein Feuerwerksverbot am 1. August sei schon fast sicher. Der Kanton schätzt die Gefahr derzeit aber noch anders ein.

Damit Waldbrände wie dieser hier im Jahr 2012 im Wallis verhindert werden können, warnen sowohl SRF als auch der Kanton vor der Gefahr.

Damit Waldbrände wie dieser hier im Jahr 2012 im Wallis verhindert werden können, warnen sowohl SRF als auch der Kanton vor der Gefahr. Bild: Keystone

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Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen haben in verschiedenen Gegenden der Schweiz in den letzten Tagen zu mehreren Wald- und Feldbränden geführt. Auch im Kanton Zürich stieg das Risiko für Brände an. Am letzten Dienstag wurde die Waldbrandgefahr von den kantonalen Behörden neu als «erheblich» taxiert, was der dritthöchsten Warnstufe auf der entsprechenden Skala entspricht (siehe Artikel vom Dienstag).

Deutlich dramatischer beurteilt die Si­tua­tion jedoch SRF Meteo. Bereits vergangene Woche stuften die Meteorologen die Waldbrandgefahr für weite Teile des Kantons als gross (zweithöchste Warnstufe) ein. «Aufgrund der Langzeitprognosen müssen wir derzeit gar davon ausgehen, dass im Kanton Zürich ein Feuerwerksverbot verhängt werden wird», sagt Christoph Siegrist vom Meteo-Team. Denn der dringend benötigte mehrtägige Landregen sei auch längerfristig nicht in Sicht.

Computer kontra Förster

Dass der Kanton die Waldbrandgefahr derzeit geringer einschätzt als SRF Meteo, erklärt sich Siegrist mit der unterschiedlichen Herangehensweise beim Beurteilen der Si­tua­tion. SRF Meteo stütze sich vor allem auf Modellrechnungen ab. Man beobachte die drei obersten Bodenschichten, Niederschläge, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind täglich neu und versuche diese Daten zu einem ganzheitlichen Bild zu formen. Auf einem ähnlichen System basiere auch die Datenlage in anderen Kantonen, sagt Siegrist.

Der Kanton Zürich ziehe für seine Gefahrenkarte hingegen die lokalen Revierförster zurate und daneben auch die aktuellen Informationen des Bundes und der Nachbarkantone, erklärt Markus Pfanner, Sprecher der Baudirektion. «Wir glauben, dass die Förster uns letztlich eine bessere Einschätzung der lokalen Si­tua­tion vor Ort geben können als computergenerierte Modelle.» Was den 1. August anbetrifft, so werde man zeitnah einen Entscheid kommunizieren, «falls dies erforderlich sein sollte». (Landbote)

Erstellt: 15.07.2015, 21:20 Uhr

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