Zum Hauptinhalt springen

Zürcher Gemeinden sollen solidarisch für Heimabgeltung aufkommen

Künftig sollen die Zürcher Gemeinden solidarisch die Kosten für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einem Heim tragen. Bisher mussten die Gemeinden pro Einzelfall zahlen.

Zwei Jugendliche sehen in einem Heim aus dem Fenster: Die Finanzierung von stationären Aufenthalten von Jugendlicher und Kinder in Heimen soll neu geregelt werden. (Symboldbild)
Zwei Jugendliche sehen in einem Heim aus dem Fenster: Die Finanzierung von stationären Aufenthalten von Jugendlicher und Kinder in Heimen soll neu geregelt werden. (Symboldbild)
Keystone

Der Regierungsrat hat ein neues Kinder- und Jugendheimgesetz verabschiedet. Das geltende kantonale Jugendheimgesetz von 1962 entspreche in vielfacher Hinsicht nicht mehr den Bedürfnissen einer modernen Kinder- und Jugendhilfe, teilte der Regierungsrat heute Donnerstag mit. Es soll durch ein neues Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) abgelöst werden.

Finanzierung neu geregelt

Ziel des neuen Gesetzes ist eine bedarfsgerechte und individuelle Unterstützung von Familien, Kindern und Jugendlichen. Nebst dem stationären Aufenthalt in einem Heim oder einer Pflegefamilie umfasst es auch niederschwelligere Hilfe wie die sozialpädagogische Familienbegleitung. Das neue KJG verpflichte zu einer kantonalen Gesamtplanung.

Mit dem neuen Gesetz wird auch die Finanzierung neu geregelt. Bisher finanzierten die zuständigen Gemeinden die Leistungen bei Zahlungsunfähigkeit der Eltern einzelfallweise.

Nun will der Regierungsrat ein neues Modell einführen. Künftig sollen die Gemeinden die Leistungen gemeinsam im Verhältnis zur Einwohnerzahl tragen. Sie übernehmen dabei 65 Prozent und der Kanton 35 Prozent der Kosten.

Keine Mehrkosten für Kanton und Gemeinden

Grundsätzlich ergeben sich keine Mehrkosten für Kanton und Gemeinden, wie es weiter heisst. Zudem soll der administrative Aufwand für die einzelnen Gemeinden kleiner werden.

Eine grosse Mehrheit der Gemeindevertretern befürwortete in der Vernehmlassung das so genannte Gesamtkosten-Modell, da es unter anderem verhindert, dass kleinere Gemeinden mit aufwändigen Unterstützungsmassnahmen in Zukunft finanziell übermässig belastet werden.

Leistungen sollen unentgeltlich bleiben

Der Anteil der Eltern beziehungsweise der Anteil Sozialhilfekosten der Gemeinden wird mit dem neuen Gesetz sinken, da der Elternbeitrag auf einen Verpflegungsbeitrag beschränkt wird. Bereits heute seien die allerwenigsten Eltern in der Lage, die notwendigen Leistungen, insbesondere eine stationäre Unterbringung, selber zu finanzieren, heisst es in der Weisung.

Zum anderen sei es aus Kinderschutzgründen wichtig, dass der Zugang zu diesen Leistungen für die Eltern grundsätzlich unentgeltlich sei. Das neue Kinder- und Jugendheimgesetz geht nun an den Kantonsrat.

SDA/anb

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch