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Stellenabbau bei Rieter - Verband Angstellte Schweiz befürchtet Entlassungswelle in Industrie

Die Frankenkrise schlage auf die Arbeitsplätze durch, sagt der Verband Angstellte Schweiz. Stellenabbau sei aber eine schlechte Reaktion auf die Wirtschaftslage.

Der Metallbauindustrie geht es an den Kragen: Der Verband «Angestellte Schweiz» befürchtet noch mehr Entlassungen im Industriebereich. Im Bild: Bauteile für Textilindustrie bei Rieter.
Der Metallbauindustrie geht es an den Kragen: Der Verband «Angestellte Schweiz» befürchtet noch mehr Entlassungen im Industriebereich. Im Bild: Bauteile für Textilindustrie bei Rieter.
Marc Dahinden

Die «Angestellten Schweiz» bezieht Stellung zu den angekündigten Entlassungen bei Rieter. Wie der Verand heute in einer Medienmitteilung schreibt, habe man die Befürchtung gehabt, dass es nach den Wahlen in der Industrie zu einer Welle von Entlassungen kommen könnte. Diese Befürchtung seien nun zwei Tage nach dem Wahlsonntag mit der angekündigten Massenentlassung bei Rieter tatsächlich bestätigt worden. Dies trotz beachtlichem Unternehmensgewinn des Rieterkonzern im Jahr 2014.

«Seit der Aufhebung der Franken-Untergrenze sind bisher weniger Restrukturierungsmassnahmen verkündet worden als befürchtet», sagt Christof Burkard, Stellvertretender Geschäftsführer der Angestellten Schweiz. «Doch jetzt verdichten sich die Zeichen, dass es zu einem weiteren Stellenabbau kommen wird. Die Frankenkrise ist in der Industrie noch nicht ausgestanden.»

Management aufgefordert Kurzarbeit zu prüfen

Für die «Angestellten Schweiz» sind der Abbau und die Verlagerung von Stellen der falsche Weg. Die Schweizer Industrie sei stark und die Aussichten mittel- und langfristig gut. Für die Industrie erwarte man 2016 sogar einen Anstieg der realen Bruttowertschöpfung um 0,7%, für 2017 von 2,3%. Deshalb sei es für Unternehmen momentan wichtiger in Innovation und Mitarbeitenden zu investieren, als Stellen abzubauen.

Für den Verband wäre eine Förderung der Mitarbeitenden auch bei Rieter der bessere Weg als ein Stellenabbau gewesen - zumal der Konzern bisher keine Verluste schreiben hätte müssen. Der Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie biete genügend Möglichkeiten, um mit der Arbeitnehmervertretung andere Lösungen zu finden. Im Fall von schlechter Auftragslage sei die Kurzarbeit eine sehr geeignete Massnahme, um Stellen zu erhalten. Die Angestellten Schweiz fordern deshalb das Management von Rieter auf, die Kurzarbeit auch für die jetzt von der Entlassung bedrohten Beschäftigten ernsthaft zu prüfen.

Neu gwählte Politiker gefordert

Gefordert sei nun auch die Politik, schreibt der Verband weiter. Man erwarte «mit Spannung», ob und wie sich die neu gewählten Parlamentarier für den Werkplatz Schweiz stark machen werden.

Die Angestellten Schweiz sind nach eigenen Angaben seit bald 100 Jahren die Stimme der Angestellten aus dem Mittelstand und vertreten deren Interessen in der Politik wie in Unternehmen. Der Verband setzt sich für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und sichere Arbeitsplätze ein.

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