Zürich

Stimmrechtsbeschwerde gegen Zürcher Formel-E-Strassenrennen

Widerstand gegen das geplante Formel-E-Strassenrennen in der Zürcher Innenstadt: Ein Stimmbürger hat gegen den Entscheid des Stadtrats eine Stimmrechtsbeschwerde eingereicht. Er ist der Ansicht, dass das Volk über die Durchführung entscheiden sollte.

Dass 2018 in Zürich ein Formel-E-Strassenrennen stattfinden soll, hat einen Zürcher Bürger zu eine Stimmrechtsbeschwerde bewogen. Die Renne der ökologisch vertretbaren Alternative zur Formel 1 würde am 18. Juni durch die Innenstadt führen.

Dass 2018 in Zürich ein Formel-E-Strassenrennen stattfinden soll, hat einen Zürcher Bürger zu eine Stimmrechtsbeschwerde bewogen. Die Renne der ökologisch vertretbaren Alternative zur Formel 1 würde am 18. Juni durch die Innenstadt führen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Zürich wird voraussichtlich im kommenden Sommer Austragungsort des ersten Formel-E-Strassenrennens der Schweiz: Am 10. Juni 2018 sollen Formel-E-Boliden ihre Runden durch die Innenstadt drehen. Der Stadtrat bewilligte das Rahmengesuch für ein solches Rennen Anfang Oktober - verbunden mit einer langen Liste von Auflagen. Nun will ein Stimmbürger diese Pläne durchkreuzen. Er hat beim Bezirksrat eine Stimmrechtsbeschwerde gegen die Durchführung des Rennens eingereicht, wie er am Freitag mitteilte. Er argumentiert, die städtischen Ausgaben seien höher als zwei Millionen Franken. Deshalb müsse das Volk darüber entscheiden.

Zudem ist er der Ansicht, dass die Durchführung eines solchen Autorennens «durchaus einer Volksabstimmung würdig sei». Der Event beeinträchtige schliesslich ein Wochenende lang nicht nur die Lebensqualität sondern lege auch Tram- und Buslinien lahm, betont das Vorstandsmitglied des Fussgängervereins Zürich.

Veranstalter müssen sämtliche Kosten tragen

Die Bewilligung des Stadtrats ist denn auch an viele Bedingungen geknüpft, welche die Organisatoren - die Vereine eMobil und OK ePrix - einhalten müssen. Klar geregelt ist da etwa, dass der gesamte Aufwand von den Veranstaltern getragen werden muss. Der Stadtrat betonte, das Rennen dürfe die Stadtkasse nicht belasten.

Die beiden Vereine müssen sogar schriftlich zusichern, dass sie sämtliche Kosten tragen. Falls es zu Zwischenfällen kommt, etwa durch einen Unfall, haften ebenfalls die Veranstalter. Verlangt werden ausserdem ein Sicherheits- und Verkehrskonzept, ein Reinigungskonzept und vieles mehr.

Noch ausstehend ist die Einwilligung des Kantons. Diese muss vom kantonalen Strassenverkehrsamt erteilt werden. Gemäss FDP-Gemeinderat Roger Tognella, Präsident des involvierten Vereins e-Mobil Zürich, liegt diese mündlich aber bereits vor, wie er Mitte Dezember sagte.

Das Rennen soll beim Hafen Enge starten, dem Mythenquai entlang führen und über eine Runde durchs Quartier wieder zurück zum Hafen. Neben dem eigentlichen Autorennen ist ein Volksfest geplant, an dem über E-Mobilität informiert werden soll.

Verbot seit dem Unglück von Le Mans

Das Formel-E-Rennen in Zürich wäre das erste in der Schweiz. Rundstreckenrennen sind in der Schweiz seit dem Unglück im französischen Le Mans im Jahr 1955 verboten. Damals starben wegen der Kollision zweier Rennautos 84 Menschen, davon waren 83 Zuschauer.

Seit April 2016 macht die Schweiz aber eine Ausnahme: Rennen mit E-Mobilen sind seither wieder erlaubt. Eigentlich hätte das erste Rennen bereits 2016 in Lugano stattfinden sollen. Das Projekt wurde jedoch abgesagt, weil das Rennen politisch umstritten war und deswegen der wichtigste Sponsor absprang. (past/sda)

Erstellt: 29.12.2017, 15:01 Uhr

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