Region

«Susanna» bringt Sturm und richtet Schäden an

Ein Wintersturm ist am Dienstagabend über die Region gezogen. Es gab schwere Sturmböen, Blitz und Donner. Bei Feuerwehr und Polizei im Kanton Zürich gingen rund 40 Meldungen ein.

Sturm «Susanna» hat am Dienstagabend Möbel, Abschrankungen, Äste und Bäume umgeweht. Im Bild: Ein Feuerwehreinsatz im Kanton Schwyz.

Sturm «Susanna» hat am Dienstagabend Möbel, Abschrankungen, Äste und Bäume umgeweht. Im Bild: Ein Feuerwehreinsatz im Kanton Schwyz. Bild: Kantonspolizei Schwyz

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Nachdem es am Dienstagnachmittag bereits in der Westschweiz getobt hatte, erreichte Sturmtief «Susanna» in den Abendstunden auch den Grossraum Zürich und die Ostschweiz. Mit im Gepäck hatte der Wintersturm eine Kaltfront. Beim Durchzug dieser Front kam es teils zu heftigen Wettererscheinungen.

Wie Meteoschweiz mitteilt, traten im Grossraum Zürich im Flachland verbreitet Sturmböen auf. So wurde in Wädenswil am Zürichsee gegen 19.45 Uhr eine Böenspitze von 92,2 km/h verzeichnet.

Sogar noch stärker war der Wind in der Region Obersee: In Schmerikon heulte «Susanna» mit 99,7 km/h um die Häuser. Dies blieb nicht ohne Folgen. Wegen Blitzeinschlags kam es zu einem Totalunterbruch der Eisenbahnstrecke Uznach-Ziegelbrücke zwischen 21.30 und 22.45 Uhr, wie SBB-Mediensprecher Oli Dischoe auf Anfrage sagt. Gleich vier Kurzschlüsse wurden in der heftigen Sturmnacht durch Blitzeinschlag ausgelöst.

Während des Unterbruchs setzten die SBB Ersatzbusse ein, um die Passagiere zu befördern. Züge verkehrten in dieser Zeit keine, betroffen waren eine Barriere, ein Stellwerk und die Fahrleitung. Nach Behebung der Störung fuhren die Züge wieder planmässig. Zu weiteren Problemen kam es danach auf der Strecke gemäss dem SBB-Mediensprecher nicht mehr.

Heftig: Fast 100 km/h wurden um 20 Uhr in Schmerikon gemessen. Quelle: Meteoschweiz.

In Kloten wurden 89 km/ gemessen, an der leicht erhöhten Wetter-Messstation in Zürich Fluntern sogar 100,4 km/h. Bereits in leicht erhöhten Lagen gab es Orkanböen (bedeutet: Mehr als 117 km/h). In Schaffhausen wurden 120 km/h verzeichnet.

Doch «Susanna» brachte nicht nur Wind. Wie den Wetterdiensten zu entnehmen ist, traten im Bereich der Kaltfront sogar Wintergewitter mit Blitz und Donner auf. Im ganzen Raum zwischen Genfersee, Mittelland und Schaffhausen gab es an mehreren Orten Meldungen über Hagelschlag. Derart starke Gewitter sind im Winterhalbjahr eher ungewöhnlich.

40 Meldungen im Kanton Zürich

Den Zürcher Einsatzkräften hat der Sturm in der Nacht auf Mittwoch Arbeit beschert: Rund 40 Meldungen über Sturmschäden gingen bei Polizei und Feuerwehr ein. In drei Fällen stürzten Bäume auf Autos. Verletzt wurde aber niemand.

In den Autos sei zum Glück niemand gesessen, hiess es bei der Kantonspolizei auf Anfrage. Glimpflich ging auch ein Vorfall mit einem Glastisch aus: Das Möbel wurde von einem Balkon auf die Strasse geweht, wo zu diesem Zeitpunkt aber niemand unterwegs war. Die restlichen Meldungen betrafen meist umgewehte Baustellen-Abschrankungen und herabgestürzte Äste.

Bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyz ging ein Dutzend Meldungen ein, die mehrheitlich umgestürzte Bäume sowie Baustellenabschrankungen und -signale betrafen. Wie die Schwyzer Kantonspolizei mitteilt, räumte die Feuerwehr Galgenen einen umgestürzten Baum zur Seite, der die Wägitalstrasse blockierte. Verletzt wurde niemand.

Der Sturm verlagerte sich in der Nacht auf Mittwoch in die Alpentäler und weiter nach Osten. Am frühen Mittwochmorgen liess der Wind im Grossraum Zürich allmählich nach – und vielerorts kamen Schneeflocken vom Himmel.

«Susanna» war zwar ein heftiger Wintersturm, im Vergleich zu früheren Stürmen schneidet sie aber eher durchschnittlich ab. So sorgte der legendäre Orkan «Lothar» am 26. Dezember 1999 verbreitet für Orkanwinde. Damals wurden selbst im Flachland Böen bis zu 160 km/h gemessen. (landbote.ch)

Erstellt: 09.02.2016, 20:59 Uhr

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