Kantonsrat

SVP soll sich für Kesb-Hetze entschuldigen

Die Zürcher SP verlangt, dass sich die SVP für ihre «Treibjagd auf die Kesb» entschuldigt. Anlass gaben neue Fallzahlen und eine Aussage im Fall Flaach.

Stand massiv in der Kritik: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen.

Stand massiv in der Kritik: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen. Bild: Peter Würmli

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In einer Fraktionserklärung verlangte gestern SP-Kantonsrat Markus Späth (Feuerthalen), dass sich die SVP für «ihre unsägliche Hetze gegen die Kesb» in aller Form entschuldigen müsse. Der SP-Fraktionschef meinte insbesondere SVP-Nationalrat Alfred Heer, der die Kesb als Stasi-Behörde bezeichnete, sowie SVP-Fraktionschef Jürg Trachsel (Richterswil). Dieser habe nach dem Fall Flaach von einer «linken Kinder- und Eltern-Schreck-Behörde» gesprochen und wie viele andere SVPler zur Treibjagd auf die Kesb aufgerufen.

Die Kritik sei «unsachlich, bösartig und polemisch» ausgefallen, sagte Späth. Dies zeige nun die Bilanz der Schweizerischen Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes), die der Kesb nach vier Jahren ein gutes Zeugnis ausstelle. Die neue Behörde habe deutlich weniger als die früheren kommunalen Vormundschaftsbehörden interveniert. Zudem habe der Vater der im Fall Flaach getöteten Kinder kürzlich vor Gericht ausgesagt, dass die Kesb keine Schuld am Tod der beiden Kinder treffe.

Trachsel kontert

Jürg Trachsel liess die Kritik nicht auf sich sitzen. «Ich habe nie die Zahl der Fälle kritisiert, sondern das Vorgehen der Kesb – und dabei bleibe ich», sagte Trachsel. Vielmehr müsse sich Späth entschuldigen: Dafür, dass er auf den Fall Flaach und die Aussage des Vaters verweise. Es sei ja logisch, dass dieser nun die Kesb entlaste: «Jetzt, wo alle tot sind und er sein eigenes Leben retten will.»

Erstellt: 19.09.2016, 17:07 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!