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Verwaltungsrat entscheidet Machtkampf für sich

Bei Gategroup bleiben alle bisherigen Verwaltungsräte im Amt. Dies entschieden die Aktionäre an der Generalversammlung am Donnerstag.

Gategroup könnte bald in chinesischen Händen sein.
Gategroup könnte bald in chinesischen Händen sein.
Keystone

Beim Klotener Airline-Caterer Gategroup bleibt vorerst alles beim Alten. Die oppositionellen Investoren RBR Capital Adivsors und Cologny Advisors sind mit ihren Anträgen an der Generalversammlung am Donnerstag in Kloten gescheitert. Alle bisherigen Verwaltungsräte bleiben im Amt.

Die Bestätigung der bisherigen Verwaltungsräte erfolgte jeweils mit einer deutlichen Mehrheit der an der Versammlung vertretenen Aktionärsstimmen. Die Ja-Anteile reichten von 68 Prozent für Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid bis zu 99 Prozent für den schon im Verwaltungsrat sitzenden Vertreter der Opposition Gerard van Kesteren. Die Anträge der zwei Hedgefunds dagegen wurden mit Nein-Stimmenanteilen zwischen 69 und 74 Prozent abgelehnt.

Die oppositionellen Hedgefunds RBR Capital Adivisors und Cologny Advisors haben beantragt, den bisherigen Präsidenten Andreas Schmid sowie Anthonie Stal und Remo Brunschwiler aus dem Verwaltungsrat abzuwählen. An ihrer Stelle sollen der Chef von RBR Capital Advisors Rudolf Bohli sowie Nils Engel neu in das Gremium gewählt werden. Bohli und Engel erhielten jedoch nur je 25 Prozent der Stimmen, womit die zwei Hedgefunds über ihre eigene Stimmkraft hinaus nur rund 6 Prozent zusätzliche Aktienstimmen für sich gewinnen konnten.

RBR Capital Advisors und Cologny Advisors halten zusammen 11,3 Prozent an Gategroup. Insgesamt waren 59 Prozent des Aktienkapitals an der Generalversammlung vertreten. Etwas erfolgreicher waren die oppositionellen Investoren um Rudolf Bohli mit dem erst an der Generalversammlung gestellten Antrag einer Sonderprüfung. Bohli wollte damit Antworten auf Fragen erhalten, die Verwaltungsratspräsident Schmid an der Generalversammlung mit Hinweis auf das Geschäftsgeheimnis nicht beantworten wollte. Dieser Antrag brachte es immerhin auf 31 Prozent Ja-Stimmen.

Ohrfeige für Verwaltungsrat

Das knappeste Resultat erzielte der Verwaltungsrat beim Vergütungsbericht für das vergangene Jahr. Dieser wurde nur von 58 Prozent der Aktienstimmen unterstützt, was als Ohrfeige für den Verwaltungsrat und Erfolg für Bohli gewertet werden kann. Dieser hatte zuvor die trotz Jahresverlust deutlich gestiegene Entschädigung der Geschäftsleitung heftig kritisiert. Er sprach von «exzessiver Entlöhnung», womit er offensichtlich die Meinung eines rechten Anteils der Aktionäre wiedergegeben hat.

Verwaltungsratspräsident Schmid seinerseits warf Bohli an der Generalversammlung vor, mit seiner Kritik das Unternehmen unnötigerweise zu belasten. «Die Angriffe haben unseren Kunden, Mitarbeiter und Investoren verunsichert», sagte Schmid. Weil das auch auf Analysten und Ratingagenturen zuträfe, habe das auch finanzielle Konsequenzen für Gategroup.

Schmid sieht dabei den Verwaltungsrat als lern- und kritikfähig. Das zeige allein schon der Umstand, dass der Verwaltungsrat das Traktandum zur Vergütung im Jahr 2017 zurückgezogen habe, sagte er. Gestern Mittwochabend teilte der Verwaltungsrat mit, dass er nach Gesprächen mit Investoren und Stimmrechtsberatern zum Schluss gekommen sei, dass dieser Antrag überarbeitet werden müsse. Die neue Fassung soll den Aktionären an der nächsten Generalversammlung vorgelegt werden.

Abgesehen dieses kleinen Eingeständnisses hat sich der Verwaltungsrat jedoch an der Generalversammlung in Kloten mit all seinen Anträgen durchgesetzt. Er geht damit als Sieger aus einem Konflikt hervor, der bereits seit anderthalb Jahren anhält. Schon vor einem Jahr haben RBR Capital Advisors und Cologny Advisors ebenfalls die Absetzung von Schmid und die Umkrempelung des Verwaltungsrats verlangt. Sie strebten damit eine Restrukturierung des Unternehmens an, weil es ihrer Ansicht nach schlecht geführt wird und darum zu wenig Ertrag abwirft. Damals konnte sich die Streitparteien jedoch noch vor der Generalversammlung auf einen Kompromiss einigen.

Lobende Worte für Angebot von HNA

Diese Auseinandersetzung hat jedoch im Vorfeld der Generalversammlung an Bedeutung eingebüsst, weil Gategroup vor dem Verkauf steht. Der chinesische Mischkonzern HNA hat den Aktionären des Schweizer Flugcaterers ein Übernahmeangebot in Höhe von 1,4 Milliarden Franken unterbreitete. Der Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären das Angebot anzunehmen. Bei einem erfolgreichen Verkauf sollen alle Verwaltungsratsmitglieder zurücktreten.

Das Übernahmeangebot war zwar an der Generalversammlung kein Traktandum. In seinen einleitenden Worten lobte Schmid jedoch diese Angebot als «strategisch, unternehmerisch und finanziell» überzeugend. Gategroup könne sich mit einer Übernahme besser entwickeln als als unabhängiges Unternehmen, sagte er. Auch hier hielt Bohli dagegen. Für RBR Capital Advisors und Cologny Advisors sei das Angebot viel zu tief. «Es liegt deutlich unter dem Unternehmenswert», sagte er.

SDA/ori

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