Zürich

Was die Volksschule für die Chancengleichheit tut

Der Kanton unterstützt Kurse wie Chagall oder Chance Wiedikon ideell, aber nicht finanziell. Die Volksschule betreibt derweil selber Programme, um die Chancengleichheit zu verbessern.

Viele Gemeinden und Schulen im Kanton Zürich bieten in der Volksschule Gymivorbereitungskurse an. Obligatorisch sind sie jedoch nicht.

Viele Gemeinden und Schulen im Kanton Zürich bieten in der Volksschule Gymivorbereitungskurse an. Obligatorisch sind sie jedoch nicht. Bild: Keystone

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Schülerinnen und Schüler, die zuhause nicht Deutsch sprechen, sind in den Mittelschulen unterdurchschnittlich vertreten. Finanziell unterstützt der Kanton zwar keine auf Chancengleichheit ausgerichtete Gymivorbereitungskurse (mehr), das Volksschulamt empfehle aber Vorbereitungskurse und begrüsse solche, die für Kinder mit Migrationshintergrund ausgerichtet sind, schreibt Amtsleiterin Marion Völger auf Anfrage.

Zudem gibt es in der Volksschule eigene Programme. Dazu gehört etwa der Deutschunterricht in Aufnahmeklassen, die sich primär an Flüchtlingskinder richten. In Kindergarten, Primar- und Sekundarschule erhalten fremdsprachige Kinder zusätzlich Lektionen in Deutsch als Zweitsprache. 119 Schulen im Kanton, deren Schüler zu 40 Prozent oder mehr aus eingewanderten Familien kommen, beteiligen sich zudem am Programm «Qualität in multikulturellen Schulen» (QUIMS). Diese Schulen werden fachlich und finanziell unterstützt, damit sie auf allen Stufen die Sprache, den Schulerfolg und die soziale Integration der Schüler fördern.

Laut Völger ist es grundsätzlich die Aufgabe der Lehrer, leistungsstarke Kinder so zu unterstützen, dass sie für den Übertritt ins Gymi gerüstet sind. Viele Gemeinden und Schulen bieten Gymivorbereitungskurse an. Obligatorisch sind diese jedoch nicht, eine gesetzliche Verankerung hat der Kantonsrat 2013 abgelehnt.

Anfrage im Kantonsrat

Im Rahmen des kantonalen Sparprogramm wird zurzeit beabsichtigt, das Aufnahmeverfahren ins Gymnasium so anzupassen, dass weniger Schüler ins Langgymnasium wechseln. Deswegen sorgen sich drei Kantonsrätinnen um die Chancengleichheit für Kinder aus bildungsfernen Familien. Jacqueline Peter (SP, Zürich), Sabine Wettstein (FDP, Uster) und Corinne Thomet (CVP, Kloten), haben im Juli im Kantonsrat eine Anfrage eingereicht, um den Einfluss von Vornoten und Vorbereitungskursen auf den Erfolg der Schüler zu erfahren. Würde sich ihr Verdacht bestätigen, dass die regionale Verteilung der Gymnasiasten eher den ökonomischen als den Begabungsverhältnissen entspreche, dann werde sie einen Vorstoss zum Obligatorium der Vorbereitungskurse ins Auge fassen, sagt Jacqueline Peter. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 30.09.2016, 18:09 Uhr

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