Unfall

Weil sie zu schnell über eine Welle gefahren ist, musste eine Frau sterben

2017 ist eine 29-Jährige auf dem Zürichsee tödlich verunglückt. Sie ist von einem Motorboot gefallen. Jetzt wurde die Lenkerin des Bootes zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Die Leiche der jungen Frau wurde 2017 erst am Tag nach dem Unfall von Tauchern der Seepolizei gefunden. (Symbolbild)

Die Leiche der jungen Frau wurde 2017 erst am Tag nach dem Unfall von Tauchern der Seepolizei gefunden. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Es war ein schöner Sonntag im August. Eine vierköpfige Familie aus dem Kanton Schwyz verbrachte den Nachmittag mit ihrem Schiff auf dem Zürichsee. In einem Testbericht wird das Modell als «rassiges Sportboot» beschrieben. Beim Ausflug mit dabei war auch eine Freundin der Tochter.

Als sich die Gruppe gegen 17 Uhr entschied, von Feldbach Richtung Schwyzer Küste zurückzufahren, befanden sich die beiden Freundinnen im Bug, dem vorderen Teil des Schiffes. Zwei weitere Personen waren im hinteren Teil des Bootes. Die beiden Freundinnen sassen auf dem Boden und hielten sich an der Reling fest, die rund 60 Zentimeter über dem Schiffsboden liegt. Die Beine baumelten in der Luft.

Dann kam der fatale Moment: Die Schiffsführerin hielt auf eine Welle zu, die ein ZSG-Kursschiff verursacht hatte. Mit rund 60 km/h steuerte sie das Motorboot in der Nähe der Insel Ufenau über die Welle. Zu schnell für die 29-Jährige: Als das Boot wieder aufs Wasser prallte, fiel sie unter der Reling durch über Bord, wurde vom Boot überfahren und zog sich an der Schiffsschraube tödliche Verletzungen zu. Gefunden wurde die Leiche der jungen Frau erst am nächsten Tag durch Taucher der Seepolizei.

Strafe von 41'600 Franken

Konsequenzen hat der tödliche Unfall jetzt für die Schiffsführerin. Sie wird von der Staatsanwaltschaft See/Oberland wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, wie aus einem kürzlich rechtskräftig gewordenen Strafbefehl hervorgeht. Als Schifsführerin trug sie die Verantwortung an Bord. Bestraft wird die Schweizerin mit einer bedingten Geldstrafe von 160 mal 260 Franken, also 41'600 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Das mögliche Strafmass für fahrlässige Tötung geht bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

Bezahlen muss die 60-Jährige eine Busse von 8'000 Franken. Zudem muss sie der Mutter der Verstorbenen eine Entschädigung von knapp 6'000 Franken für die Verfahrenskosten zahlen. Weitere Zivilansprüche der Mutter werden auf den Zivilweg verwiesen.

Sie war Schiffsfahrlehrerin

Für die Staatsanwaltschaft kommt erschwerend hinzu, dass die 60-Jährige eine ehemalige Schiffsfahrlehrerin ist. Sie hätte also wissen müssen, wie gefährlich es für Personen, die sich im Bug befinden, sein kann, wenn das Boot über Wellen fährt. Vor allem noch mit dieser Geschwindigkeit.

Im Strafbefehl heisst es gar, die Frau habe «überdurchschnittliche Kenntnisse der physikalischen Verhaltensweisen von Booten». Sie habe in grober Weise elementarste Vorsichtsmassnahmen missachtet. Der Tod der jungen Frau wäre demnach vermeidbar gewesen, wenn das Tempo angepasst worden wäre und die Schiffsführerin dem Fakt Rechnung getragen hätte, dass zwei Personen auf dem Bug sassen.

Erstellt: 20.03.2019, 18:36 Uhr

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