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ZKB erhöht Prognosen für Schweizer Wirtschaft

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigt sich optimistischer für die Schweizer Wirtschaft. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) dürfte im nächsten Jahr um 1,4 Prozent wachsen. Bisher war die ZKB von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen.

Trump hilft der Schweizer Wirtschaft: Der Anstieg des Dollars mildert den Druck durch den starken Franken.
Trump hilft der Schweizer Wirtschaft: Der Anstieg des Dollars mildert den Druck durch den starken Franken.
Symbolbild, Keystone

Damit ist die ZKB wieder im Mittelfeld der Ökonomengemeinde, nachdem sie bisher zu den pessimistischsten Prognostikern gehört hatte. Die meisten Konjunkturauguren erwarten ein Schweizer BIP-Wachstum von rund 1,5 Prozent im nächsten Jahr.

Die Folgen des Brexit seien weniger negativ gewesen als befürchtet, sagte ZKB-Chefökonom Manuel Ferreira am Donnerstag am Rande einer Medienkonferenz in Zürich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Zudem laufe die Konjunktur in den Schwellenländern besser als erwartet und die Rohstoffpreise hätten sich stabilisiert.

Deshalb habe die ZKB die Prognose für die Eurozone von 0,7 auf 1,5 Prozent erhöht. In Europa laufe es nicht schlecht, sagte ZKB-Investmentchef Christoph Schenk vor den Medien. Die bessere Lage in der Eurozone werde sich auch auf die Schweiz auswirken. «Die Schweiz sitzt im Seitenwagen des Euroraums.»

Verhaltene Konsumstimmung

Der Konsument in der Schweiz sei nicht sehr euphorisch. Die Probleme Europas seien aus den Köpfen noch nicht verschwunden, sagte Schenk: «Wir sind noch nicht aus dem Schneider», würden die Leute denken. Auch die Zuwanderung, von der die Schweizer Wirtschaft in den letzten Jahren profitiert habe, sei schwächer geworden. Dennoch sei die Schweizer Konjunktur relativ gut unterwegs.

Für den Privatkonsum rechnet die ZKB mit einem Wachstum im nächsten Jahr von 1,1 Prozent. Das ist ganz leicht mehr als heuer. Auch die Ausrüstungsinvestitionen dürften zulegen. Zudem dürften die Exporte höher ausfallen, als man noch nach der Brexit-Abstimmung erwartet habe, sagte ZKB-Ökonomin Cornelia Luchsinger.

Bei den Warenexporten rechnet die ZKB mit einem Plus von 2,9 Prozent im nächsten Jahr. Die Nachfrage aus den USA stimme und auch in der Eurozone seien die Konjunkturerwartungen etwas höher als bisher, sagte Luchsinger.

Profitieren von Trump

Schweizer Firmen, die Investitionsgüter herstellen, würden vom grossen Infrastrukturprogramm des neuen US-Präsidenten Donald Trump profitieren, sagte Schenk. Der Anstieg des Dollars mildere den Druck durch den starken Franken.

Dennoch bleibe der Euro eine Last. Die Gemeinschaftswährung dürfte in den nächsten Monaten schwach bleiben wegen der Unsicherheiten durch die politischen Wahlen und Abstimmungen in einer Reihe von Ländern.

Unsicherheiten bestünden vor dem Referendum in Italien, von dem das Schicksal des Ministerpräsidenten Matteo Renzi abhänge, sowie vor den anstehenden Wahlen in Frankreich und in Deutschland. In beiden Ländern wird ein Machtzuwachs der Rechtspopulisten befürchtet.

Angesichts der politischen Unsicherheiten werde die EZB im nächsten Jahr die lockere Geldpolitik weiterführen, sagte Schenk. Dies setze die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter Druck, die Aufwertung des Frankens zu bekämpfen.

Für das laufende Jahr hält die ZKB an ihrer Prognose eines BIP-Wachstums von 1,1 Prozent fest. Für 2018 rechnet die Staatsbank mit einem Plus von 1,3 Prozent.

SDA/past

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