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Zürcher Kirchenrat will keine Zwangsfusionen

Von den 34 Stadtzürcher reformierten Kirchgemeinden haben 30 Ja gesagt zum Fusionsvertrag. Der Kirchenrat hat nun den Vertrag auch genehmigt und entschieden, dass keine Gemeinde zur Fusion gezwungen wird. Vielmehr werden Gespräche geführt bis zur Synode im Januar. Dort wird die Fusion beschlossen.

Der Kirchturm der evangelisch-reformierten Stefanskirche der Kirchgemeinde Hirzenbach in Zürich-Schwamendingen.
Der Kirchturm der evangelisch-reformierten Stefanskirche der Kirchgemeinde Hirzenbach in Zürich-Schwamendingen.

Die Zürcher Kirchgemeinden Oerlikon, Witikon und Hirzenbach haben an ihren Kirchgemeindeversammlung den Fusionsvertrag abgelehnt. In Saatlen ist kein rechtsgültiges Ergebnis zustande gekommen. Der Kirchenrat sieht davon ab, die Gemeinden zur Fusion zu zwingen. Er setzt auf Gespräche, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Das hat im Beispiel Oerlikon gefruchtet: Die Kirchgemeinde hatte den Vertrag verworfen, weil die rechtlichen Grundlagen unsicher seien. In Gesprächen stellte sich heraus, dass die Oerliker den Mehrheitsentscheid akzeptieren und an der Fusion teilnehmen. Hirzenbach und Witikon bleiben selbständig oder treten aus dem Stadtverband aus.

Selbständige Kirchgemeinden bräuchten eigene Verwaltungen

Derzeit führt der Verband mit den beiden Gemeinden Gespräche darüber, in welchem Rahmen sie sich der fusionierten Kirchgemeinde Zürich doch noch anschliessen würden. Denn ein Alleingang käme beide Seiten teuer zu stehen: Die beiden selbständigen Kirchgemeinden müssten eigene Verwaltungen aufbauen. Die Erträge aus den Kirchensteuern müssten aufgeteilt werden und der Stadtverband müsste die Anteile der beiden Gemeinden am Vermögen auszahlen.

An der Kirchensynode vom 16. Januar 2018 soll aber keine Zwangsfusion beantragt werden. Man suche einen versöhnlichen Weg, weil nach dem Zusammenschluss ja das kirchliche Leben in der neuen Gemeinde aufgebaut werden müsse. Mit über 80'000 Mitgliedern wird die zahlenstärkste Kirchgemeinde der Schweiz entstehen. Wegen der Grösse soll ein Kirchenparlament mit gewählten Volksvertretern geschaffen werden. Es wird anstelle der 34 Kirchgemeindeversammlungen als Legislative wirken.

(SDA)

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