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Zürcher verändern Wahlzettel am liebsten durch Kumulieren

Die vorgedruckten Wahlzettel für die Nationalratswahlen 2015 haben bei den Wählenden im Kanton Zürich wenig Anklang gefunden. Mehr als die Hälfte der Zettel wurde verändert.

Die Zürcher veränderten die Wahlzettel bei den Nationalratswahlen 2015 gerne und fleissig.
Die Zürcher veränderten die Wahlzettel bei den Nationalratswahlen 2015 gerne und fleissig.
Keystone

Bei den Nationalratswahlen konnte das Zürcher Wahlvolk zwischen 873 Kandidaturen auf 35 Listen auswählen. Damit gab es eine astronomisch hohe Zahl unterschiedlicher Möglichkeiten, den Wahlzettel mit seinen 35 Linien auszufüllen. Dies teilte das Statistische Amt am Freitag mit.

Tatsächlich in die Urne gelegt wurden 170'000 unterschiedliche Kombinationen. Davon kamen 155'000 (91 Prozent) sogar nur ein einziges Mal vor.

Rund 428'000 Wählerinnen und Wähler haben sich an den Nationalratswahlen 2015 im Kanton Zürich beteiligt. Mehr als die Hälfte von ihnen hat den Wahlzettel verändert - sei es durch Streichen, Kumulieren oder Panaschieren.

Doppelt gemoppelt am beliebtesten

Die drei verschiedenen Möglichkeiten, den Wahlzettel zu verändern, wurden in unterschiedlichem Ausmass genutzt. Kumulieren, also das doppelte Aufschreiben einer Kandidatur, war am beliebtesten. 78 Prozent der verändernden Wähler nutzten dieses Mittel, etwa die Hälfte kumulierte sogar prinzipiell, ein Drittel allerdings nur listeneigene Kandidaturen.

Die Möglichkeit des Panaschierens, das heisst das Übernehmen von Kandidaturen anderer Listen, nutzten 63 Prozent. Dennoch waren im Schnitt von den 35 Stimmen eines veränderten Wahlzettels nur acht modifiziert. Am seltensten war das ausschliessliche Streichen. Nur drei Prozent jener Wähler, die ihren Wahlzettel veränderten, entschieden sich für diese Variante.

Mehr als 52 Prozent der Wählenden veränderte zwar den Wahlzettel. Von ihnen blieb aber dennoch mehr als ein Drittel (38 Prozent) der eigenen Partei treu, indem beispielsweise nur listeneigene Kandidaturen kumuliert oder Kandidaturen von Nebenlisten panaschiert wurden. Insgesamt waren 67 Prozent aller Wahlteilnehmer eindeutige Parteiwähler.

Der Rest graste zwar über den Parteienzaun, doch auch von diesen Mischwählern erhielt die Hauptpartei im Schnitt 27 der 35 Stimmen. Zudem standen durchschnittlich nur Kandidaturen dreier unterschiedlicher Parteien auf dem Wahlzettel. Politisch benachbarte Parteien wurden dabei bevorzugt.

Rickli auf mehr Wahlzetteln als Köppel

Aus der Analyse des Datenmaterials geht hervor, dass der Name von SVP-Nationalrätin Natalie Rickli auf mehr Wahlzetteln stand als der von Parteikollege Roger Köppel. Ricklis Name war auf 137'000 Wahlzetteln aufgeführt, Köppels auf 134'000. Dennoch erhielt Köppel rund 11'000 Stimmen mehr - dem Kumulieren sei Dank.

Die Analyse beruht auf dem Datenmaterial, das bei der detaillierten Erfassung der veränderten Wahlzettel in den Wahllokalen entstand. Die Kandidaturenkonstellationen konnten damit erstmals wahlzettelweise rekonstruiert werden.

Die Wahlentscheidung konnte dadurch wählerbezogen analysiert werden - und nicht mehr nur stimmenbezogen wie bei der herkömmlichen Panaschierstatistik. Das Wahlgeheimnis wird laut Mitteilung dadurch nicht verletzt, weil keine Verbindung zwischen der Person des Wählers und dem Wahlzettel hergestellt werden kann.

SDA/mst

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