Zum Hauptinhalt springen

Verkehr in AndelfingenUmleitung von 15 Kilometern für 80 Meter und eine Insel

Wegen einer Baustelle müssen manche Autofahrer ab Juni Andelfingen grossräumig umfahren. Schlupflöcher für den Durchgangsverkehr sollen gestopft werden.

Die Einmündung der Flaacherstrasse (im Hintergrund) in die Landstrasse (im Vordergrund) ist punkto Verkehrssicherheit verbesserungswürdig.
Die Einmündung der Flaacherstrasse (im Hintergrund) in die Landstrasse (im Vordergrund) ist punkto Verkehrssicherheit verbesserungswürdig.
Foto: Markus Brupbacher

Ab Anfang Juni bis Ende Oktober gibt es in Andelfingen eine Umleitung für den Verkehr, die es in sich hat: Um eine bloss rund 80 Meter lange Strassenbaustelle zu umfahren, werden die Autofahrer auf eine etwa 15 Kilometer lange Reise geschickt.

Dort, wo die Flaacher- in die Landstrasse einmündet, baut das kantonale Tiefbauamt eine neue Mittelinsel für Fussgänger. Die Insel dient der Verbesserung der Verkehrssicherheit, speziell für Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig ersetzt die Gemeinde Andelfingen die Wasser- und Elektrizitätsleitungen von der Schwellistrasse bis zur Schlossgasse.

Für all diese Bauarbeiten wird die Strecke zwischen den Einmündungen Schwellistrasse und Landstrasse für sämtlichen fahrenden Verkehr vollständig gesperrt. «Diese Vollsperrung beginnt am Montag, 2. Juni, und dauert bis Ende Oktober 2020», schreibt das Tiefbauamt in einer Mitteilung.

Der Durchgangsverkehr zwischen Andelfingen und Flaach wird grossräumig umgeleitet über Humlikon, Dorf und Volken. Diese Umleitung ist rund 15 Kilometer lang. Auch für die Strecke Andelfingen–Alten gibt es eine Umleitung via Kleinandelfingen und Marthalen.

Die Schwellistrasse führt hinab zum Ausbildungszentrum (AZA) im Niederfeld. Die Zufahrt zum AZA erfolgt während der Bauarbeiten über den Thurweg und die Bodenwiesstrasse. Diese örtliche Umleitung nimmt auch, wer zu den Schulen oder zum Quartier Hofwisen fahren muss. Die Zufahrt zu den Liegenschaften im Baubereich könne, schreibt das Tiefbauamt weiter mit, bis auf wenige Tage gewährleistet werden. Wenn nicht, würden die betroffenen Anwohner vorgängig direkt informiert. Die Busse der Linie 605 verkehren uneingeschränkt.

An der Landstrasse wird der Verkehr mit einer Ampel einspurig durch den Baubereich geführt. Schüler, sonstige Fussgänger und Velofahrer sollen die Bollenstrasse als Alternativweg benutzen.

Zwei offene Fragen

Darf der lokale Verkehr in Andelfingen die Quartierstrassen benutzen, um die Baustelle zu umfahren? Und wenn: Wie könnte verhindert werden, dass auch der auswärtige Durchgangsverkehr dies tut und der Schleichverkehr zunimmt?

«Dass die offiziellen Umleitungen im Zeitalter der Navigationssysteme an Bedeutung verlieren, versteht sich von selbst.»

Thomas Maag, Sprecher kantonale Baudirektion

«Wenn der Kanton eine Strasse sperrt, leitet er wenn immer möglich über andere Kantonsstrassen um», antwortet Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Dass die offiziellen Umleitungen im Zeitalter der Navigationssysteme an Bedeutung verlieren, «versteht sich von selbst». Jedenfalls dürfe ein Verkehrsteilnehmer «überall dort durchfahren, wo es nicht verboten ist», so Maag. Ob die Gemeinde Andelfingen auf ihren Strassen flankierende Massnahmen anbringe, «entzieht sich unserer Kenntnis».

Vom Generellen ins Spezielle

Was tut also die Gemeinde Andelfingen? Peter Müller, der zuständige Gemeinderat, äussert sich dazu. Die kantonale Information sei «etwas generell». Dies sei notwendig, da der Kanton die regionale Verkehrsführung regeln müsse. Im Detail sei es so, dass die Vollsperrung ab dem 2. Juni nicht während der ganzen Bauzeit benötigt werde. Ohne Sperrung werde das Passieren der Baustelle mit Lichtsignalen geregelt.

«Eventuelle Schlupflöcher sind identifiziert.»

Peter Müller, Gemeinderat Andelfingen

Dass der regionale Verkehr um Andelfingen herum geführt werde, sei notwendig, «damit die punktuell absehbaren Behinderungen nicht zu einem Verkehrschaos führen», sagt Müller weiter. Damit der Durchgangsverkehr nicht über die Quartiere ausweicht, seien Massnahmen angedacht – «eventuelle Schlupflöcher sind identifiziert».

Und trifft die Gemeinde umgekehrt Vorkehrungen, damit der lokale Verkehr nicht über Flaach ausweichen muss, um vom einen ins andere Andelfinger Quartier zu gelangen? «Ist nicht notwendig. Es gibt immer Wege, den lokalen Verkehr lokal abzuwickeln», so Müller.