Apnoetauchen

Neftenbacher nimmt drei Weltrekorde ins Visier – als Taucher unter dem Eis

Der Neftenbacher Peter Colat hat Grosses vor. Im Januar wagt er sich unter das Eis im Weissensee. In Kärnten will der beste Apnoetaucher der Schweiz mehrere Rekorde brechen.

Im Hallenbad von Glattbrugg trainiert der Unterländer regelmässig. Dort gibt der mehrfache Schweizermeister auch Kurse für Wasserratten, die in seinen Sport eintauchen wollen.

Im Hallenbad von Glattbrugg trainiert der Unterländer regelmässig. Dort gibt der mehrfache Schweizermeister auch Kurse für Wasserratten, die in seinen Sport eintauchen wollen. Bild: freediving.ch

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Mehrfacher Schweizermeister ist er schon. Nun hat sich Peter Colat ein neues Ziel gesetzt: Er will der beste Freitaucher der Welt sein – und zwar in einem zugefrorenen See unter dem Eis. «Ich möchte meinen alten Rekord im Streckentauchen mit Flossen wieder in die Schweiz zurückholen und zusätzlich noch mit zwei weiteren Rekorden ausschmücken.»

Anfangs 2013 hatte sich Colat im Rahmen der «Winterchallenge» des Schweizer Fernsehens an den damaligen Weltrekord im «Streckentauchen unter Eis mit Flossen» gewagt. Diese Herausforderung hatte der in Aesch bei Neftenbach wohnhafte Colat vor bald fünf Jahren erfolgreich gemeistert, indem er die Bestmarke um 20 Meter übertraf und erst nach 150 Metern durch ein Loch im Eis wieder auftauchte.

SRF begleitete Peter Colat im Jahr 2013 bei einem Weltrekordversuch im Rahmen der «Winter-Challenge» (Quelle: Youtube)

Inzwischen hat er diesen Rekord wieder verloren, was er nicht auf sich sitzen lassen will. Deshalb nimmt der lange Jahre in Rafz wohnhafte Familienvater erneut Anlauf zu einem eisigen Rekordversuch. Dieser soll am zweiten Wochenende im Januar stattfinden.

Arzt und Eismeister auch da

Schauplatz wird erneut der Weissensee im österreichischen Bundesland Kärnten sein. Dort also, wo Colat schon anfangs 2013 reüssiert hatte. Und dort auch, wo manche Rivalen aus der Freedivingszene im Eis nach Rekorden tauchen. Für das neue Weltrekordprojekt stehen Peter Colat rund 15 Helfer zur Seite. Dazu zählen mehrere Sicherungstaucher, Kampfrichter, ein Arzt sowie ein Eismeister. Zudem braucht es für das Unterfangen einiges Material, das nach Österreich geschafft werden muss. Und nicht zuletzt gilt es vor Ort auch noch Zulassungen einzuholen.

Am Weissensee hat Peter Colat schon 2013 einen Weltrekord aufgestellt.

Da der ehrgeizige Freitaucher gleich drei Rekorde ins Visier nehmen will, hat sich das Team mindestens zwei Tage reserviert. Zählt man die Übernachtungen samt Verpflegungskosten dazu, belaufen sich die Kosten, die der Unterländer für sein Projekt selber aufwenden muss auf rund 5500 Franken. Auf der privaten Spendenplattform «I believe in you» hatte sich Colat im Internet noch anfangs Dezember um Spendengelder für das Vorhaben bemüht.

Gestern ist das Sammelziel erreicht worden und somit sollte die Finanzierung gesichert sein. 40 Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und weitere Spender, die Colats ehrgeiziges Projekt unterstützen wollen, haber dafür gesorgt, dass nun sogar noch ein bisschen mehr Geld zusammengekommen ist.

«So etwas gab es noch nie»

Der 46-jährige Architekt Colat gilt inzwischen als erfolgreichster Schweizer Freitaucher. Er begann vor fast 20 Jahren mit diesem Sport und hat sich viel Erfahrung angeeignet. Inwiefern ihm das helfen wird, gleich drei Weltrekorde in einem vereisten See zu brechen, muss sich noch zeigen. «So etwas gab es noch nie zuvor», gibt er zu bedenken. Es wäre demnach «ein grosser Traum», der in Erfüllung ginge, sollte er als neuer dreifacher Weltrekordhalter vom Weissensee zurückkehren.

Der Reiz liege darin, «etwas noch nie Dagewesenes zu machen, etwas, das noch niemand probiert hat», erklärt Colat. Das Eistauchen sei «mental sehr hart», äusserte er sich kürzlich im Migros-Magazin. «Die Kälte, die Eisschicht über dir, da muss man wirklich mentale Stärke beweisen», weiss er. Denn einen dicken, wärmenden Neoprenanzug hatte er damals beim letzten Weltrekord zugunsten der Bewegungsfreiheit nicht anziehen können. Und die Wassertemperatur dürfte auch dieses Mal nicht viel mehr als zwei Grad betragen.

Erstellt: 19.12.2017, 18:04 Uhr

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