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USA sollen heimlich chinesische Diplomaten ausgewiesen haben

Spionageverdacht: Zwei Botschaftsvertreter sollen versucht haben, sich Zugang zu einer US-Militärbasis zu verschaffen.

Das Verhältnis zwischen den Ländern ist angespannt: US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Vizepremier Liu He im Oval Office. Bild: Michael Reynolds (Keystone)
Das Verhältnis zwischen den Ländern ist angespannt: US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Vizepremier Liu He im Oval Office. Bild: Michael Reynolds (Keystone)

Wegen Spionageverdachts sollen die USA einem Medienbericht zufolge im Oktober heimlich zwei chinesische Botschaftsvertreter ausgewiesen haben. Die beiden Männer sollen sich im September im Beisein ihrer Frauen Zutritt zu einer Militärbasis im US-Bundesstaat Virginia verschafft haben, auf der auch Spezialeinheiten stationiert sind.

Das berichtete die «New York Times» am Sonntag unter Berufung auf sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen. Amerikanische Regierungsbeamte haben demnach die Annahme, dass es sich bei mindestens einem der Botschaftsmitarbeiter um ein Mitglied des chinesischen Geheimdienstes gehandelt habe.

Da die Gruppe keine Zutrittserlaubnis vorweisen konnte, wurde sie aufgefordert, durch die Einfahrt auf das Gelände zu fahren und dort umgehend zu wenden, wie die «New York Times» weiter berichtete.

Statt die Militärbasis zu verlassen, seien die vier allerdings weitergefahren. Nachdem Feuerwehrwagen sie blockiert hätten, hätten sie angegeben, dass sie die Anweisungen des Wachmanns auf Englisch nicht verstanden und sich verirrt hätten.

Motiv unklar

Das Motiv des versuchten Eindringens sei nicht klar. Es bestehe aber der Verdacht, dass die Sicherheitsvorkehrungen getestet werden sollten.

Auf eine Anfrage beim Aussenministerium in Washington gab es zunächst keine Rückmeldung. Auch die «New York Times» verweist darauf, dass weder das US-Aussenministerium noch das FBI den Vorfall kommentieren wollten. Auf Anfrage beim chinesischen Aussenministerium und der Botschaft in Washington habe es keine Antwort gegeben.

Bestätigt sich der Vorfall, wäre es der Zeitung zufolge die erste Ausweisung chinesischer Diplomaten wegen Spionageverdachts seit mehr als 30 Jahren.

Das Verhältnis zwischen den USA und China ist angespannt. Seit rund eineinhalb Jahren liefern sich die beiden Länder einen Handelsstreit, der sich am Freitag nach einer Einigung auf ein Teilabkommen zumindest etwas entspannt hat.

Allerdings sorgten vom US-Kongress verabschiedete Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong für Empörung in Peking. Auch die scharfe Kritik der US-Regierung an der Behandlung der Uiguren in der Provinz Xinjiang sieht Chinas Führung als unerwünschte Einmischung in innere Angelegenheiten.

(SDA)

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