Seeuferweg

Verein fordert günstigeren Seeuferweg

Der Kanton Zürich plane viel zu teuer, sagen Vertreter des Vereins «Ja zum Seeuferweg». Die Verbindung vom Bahnhof Wädenswil zur Halbinsel Giessen solle für deutlich weniger als 20 Millionen Franken gebaut werden.

Zwischen dem Bahnhof Wädenswil und der Halbinsel Giessen soll ein Seeuferweg entstehen.

Zwischen dem Bahnhof Wädenswil und der Halbinsel Giessen soll ein Seeuferweg entstehen. Bild: Moritz Hager

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20 Millionen Franken sind viel Geld. Der Kanton Zürich rechnet momentan mit diesem Betrag, sollte zwischen dem Bahnhof Wädenswil und der Halbinsel Giessen ein Steg als Teil des Seeuferwegs entstehen. Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des Vereins «Ja zum Seeuferweg» betont, dass es durchaus kostengünstigere, gute Lösungen gebe. Der Verein, dessen Initiative zur heutigen Gesetzgebung geführt hat, positioniert sich somit ähnlich wie die Stadt Wädenswil.

Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) meinte vergangene Woche, dass ein solcher Betrag in der momentanen finanziellen Lage problematisch sei. Zumal Wädenswil einen Fünftel der Kosten übernehmen muss. Ein schwimmender Steg könnte eine Lösung sein, so wie beim Hafen Rietliau, nennt Gerber ein Beispiel. Schon 2007 hat das Initiativkomitee einen Voranschlag für den Abschnitt Bahnhof-Giessen eingeholt. «Die Firma, die den Holzsteg Rapperswil-Hurden gebaut hat, hat mit 2,6 Millionen Franken gerechnet», sagt Julia Gerber Rüegg. Also fast zehnmal weniger, als die Schätzung des Kantons.

Problematisch für die Realisierbarkeit des Abschnitts Giessen-Bahnhof ist der Betrag den die Stadt Wädenswil zahlen müsste. Eine Lösung, die der Verein bekämpft hat, die aber vom bürgerlich dominierten Kantonsrat wohlweislich so festgeschrieben wurde, sagt die Wädenswilerin. «Der lokale Widerstand gegen neue Abschnitte wird grösser, je höher die Kosten ausfallen, die eine Gemeinde übernehmen muss», meint Gerber Rüegg. Würde die erste Version des Kantons realisiert, hätte Wädenswil 4 Millionen an das Projekt zu zahlen.

Kommt dazu, dass der Betrag sehr hoch wäre, käme die erste Version des Kantons durch. Eine billigere Variante ist für Gerber Rüegg alles andere als unrealistisch. «Zwischen Bahnhof und Giessen soll der Seeuferweg vor allem eine Verbindung sein. Es braucht eine Lösung mit Augenmass und kein Luxusprojekt», sagt sie. Die Stadt Wädenswil hat bisher keine eigenen Berechnungen angestellt. Entsprechend können sich ihre Vertreter nicht zum Betrag von 2,6 Millionen äussern.

Ist Abstimmung nötig?

Ob das Parlament oder gar das Stimmvolk über den Abschnitt entscheiden müssen, ist unklar. Der Verein «Ja zum Seeuferweg» verneint die Notwendigkeit einer Abstimmung. «Es liegt in der Kompetenz des Kantons, Seeuferwege zu planen und realisieren. Die Gemeinden sind verpflichtet 20 Prozent des Betrags zu zahlen. Meines Erachtens liegt deshalb eine gebundene Ausgabe», erklärt SP-Kantonsrat Davide Loss, der den Verein juristisch vertritt.

Nach Ansicht von Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) wäre eine Abstimmung nötig, wenn der Beitrag der Stadt 2 Millionen Franken überschreitet. Gebunden seien die Kosten nicht.

Was genau stimmt, werden wohl die Juristen entscheiden. Laut Definition ist wichtig, wo, wann und wie ein Projekt gebaut wird, um die Frage zu beantworten. Je mehr Spielraum in diesen Punkten herrscht, desto eher sind die Ausgaben nicht gebunden.

Ausser dem Abschnitt in Wädenswil sind bisher keine neuen Projekte in Planung. Die ehemalige SP-Kantonsrätin Julia Gerber Rüegg hält fest dass der Ball für die Planung beim Kanton liegt und nicht bei den Gemeinden. Es sind also nicht die Gemeinden, die Projekte eingeben müssen. Der Kanton hat den Auftrag, einen durchgehenden Seeuferweg zu realisieren. Möglichst ohne Enteignungen, wie es der Kantonsrat wollte. Der Kanton sei nun gefordert.

Erstellt: 13.10.2016, 16:56 Uhr

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