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Schulschliessungen FlaachtalVolken schlägt sich auf die Seite von Dorf

Drei der fünf Schulstandorte im Flaachtal sollen geschlossen werden. Aus der betroffenen Gemeinde Volken war bislang kein kritisches Wort zu hören.

Bild: Marc Dahinden
Im Vordergrund der Aufnahme ist ein Teil von Dorf zu sehen, im Mittelgrund das Nachbardorf Volken.
Bild: Marc Dahinden

Die beiden Gemeindebehörden von Berg am Irchel und Dorf wehrten sich bislang am deutlichsten gegen die drohende Schliessung ihrer Schulhäuser. Die Behörde der Schulgemeinde Flaachtal will nebst den Schulstandorten in Berg und Dorf auch jenen in Volken schliessen.

Im Gegenzug sollen die verbleibenden zwei Standorte in Buch am Irchel und Flaach für geschätzte sechs Millionen Franken ausgebaut werden. Die seit fünf Jahren fusionierte Schulgemeinde umfasst die fünf Flaachtaler Gemeinden Berg am Irchel, Buch am Irchel, Dorf, Flaach und Volken. Die geplanten Schliessungen begründet die Schulpflege mit den gesetzlichen Vorgaben des Kantons, der die zu kleinen Klassen im Flaachtal nach mehreren Jahren jetzt nicht mehr dulden will.

In den Ausstand getreten

Von einer Schulschliessung wäre also auch Volken betroffen, mit 380 Einwohnern übrigens die kleinste Gemeinde im Kanton Zürich. Doch anders als in Berg am Irchel und Dorf war aus Volken bislang kein Widerstand gegen die Schliessung erkennbar.

Das hat sich nun ein Stück weit geändert. So äussert sich der Volkemer Gemeinderat in den kürzlich veröffentlichten Beschlüssen zur Frage der künftigen Schulstandorte. Diese beriet der fünfköpfige Rat an seiner Sitzung vom 16. März. Allerdings traten dabei Gemeindepräsident Walter Schürch und Gemeinderätin Marion Boos in den Ausstand. Den die beiden sitzen zugleich in der Schulpflege, welche die drei Schulen in Berg, Dorf und Volken schliessen will.

Beratung nur zu dritt

Auslöser der Beratung war eine Anfrage aus der Bevölkerung von Volken «zur Haltung des Gemeinderats zur von der Schule Flaachtal geplanten Schliessung des Schulhauses Ankacker», wie es im Ratsbeschluss heisst. Es handelt sich hierbei um das Volkemer Primarschulhaus, das von der Schliessung betroffen wäre.

Die Stellungnahme des dreiköpfigen Gemeinderats ist in drei Abschnitte gegliedert und zuerst diplomatisch-zurückhaltend: «Für die Organisation der Schule und deren Schulstandorte ist nach Volksschulgesetz die Schulpflege zuständig. Der Gemeinderat Volken anerkennt und respektiert diese Zuständigkeit. Er hat Verständnis für die von der Schulpflege Flaachtal vorgenommene, nicht einfache Interessenabwägung zum Thema Schulstandorte.»

Frage der Standortattraktivität

Auch der zweite Abschnitt ist zurückhaltend formuliert: «Der Gemeinderat Volken wird seine Anliegen bezüglich des Standorts Volken bei der Schulpflege Flaachtal auch weiterhin im Interesse der Volkemer Bevölkerung und unter Abwägung aller zur Verfügung stehender Fakten und Informationen im Rahmen der behördlichen Zusammenarbeit, der gesetzlichen Möglichkeiten und unter Respektierung der jeweiligen Kompetenzen tun.»

Erst im dritten und letzten Abschnitt bezieht der in dieser Beratung reduzierte Volkemer Gemeinderat inhaltlich Position. Doch bevor er dies tut, beginnt er mit einer Aussage, die wohl jede Gemeinde sofort unterschreiben würde: «Im Interesse der Standortattraktivität und der Schulwegsicherheit ist ein Schulhaus im Ort immer am besten.»

Schulwegsicherheit als Argument

Doch dann kommt die Überraschung: «Alternativ würde der Gemeinderat Volken eine Lösung mit einem Schulstandort in Dorf gegenüber der von der Schule präsentierten Lösung bevorzugen.» Um die Bedeutung dieser Aussage zu verstehen, muss man sich dies vor Augen führen: Volken liegt zwischen Dorf im Osten und Flaach im Westen, wobei Flaach etwas näher bei Volken liegt. Die von der Schulpflege präsentierte Lösung sähe jedoch wie erwähnt vor, den Schulstandort in Dorf zu schliessen – nicht jenen in Flaach. Mit seiner Haltung unterstützt der Gemeinderat Volken also sein Nachbardorf Dorf im Osten, das sich bereits sehr stark gegen die drohende Schulschliessung wehrt.

Zur Begründung seiner Position schreibt der Volkemer Gemeinderat weiter: «Der Gemeinderat Volken stellt in Frage, ob die Schulwegsicherheit mit dem erhöhten Schüleraufkommen nach Flaach durch die Zuteilung der Schüler aus Volken mit dem jetzt geplanten Strassenprojekt des Kantons dann noch genügt.» Die Schulpflege habe diese Bedenken bereits aufgenommen und dazu Abklärungen getätigt. «Die Ergebnisse sind dem Gemeinderat Volken nicht bekannt.» Zwischen Volken und Dorf gibt es bereits einen Radweg, der ausserdem von der Hauptstrasse abgetrennt ist. Zwischen Volken und Flaach hingegen ist eine Verbesserung der Situation für Radfahrer erst in Planung.

Anlass wegen Corona verschoben

Die Schulpflege Flaachtal wollte eigentlich am 31. März in Buch am Irchel einen Informationsanlass über die künftigen Schulstandorte im Tal durchführen. Wegen des Coronavirus musste dieser Anlass verschoben werden auf Mitte August bis Mitte Oktober, der genaue Termin ist noch nicht bekannt.

Wegen dieser Verschiebung muss auch die Abstimmung über den Projektierungskredit für die Zusammenlegung der Schulstandorte in Buch am Irchel und Flaach zeitlich nach hinten geschoben werden. Statt an der Gemeindeversammlung vom 17. Juni wird dieser Kredit an der Versammlung vom 25. November behandelt. Die Urnenabstimmung über den Baukredit – sofern zuvor dem Projektierungskredit zugestimmt wurde – findet dann wie geplant im vierten Quartal 2021 statt. Die Zusammenlegung der Schulstandorte wäre ab dem Schuljahr 2024/25 geplant.