Winterthur

Vom Kompagnon zum Kontrahenten

Mit dem EHC Winterthur pflegte der EHC Kloten eine Partnerschaft. Mit dem Abstieg der Klotener werden die einstigen Partner nun aber zu Liga-Konkurrenten.

Neben Eishockey wurden in der Winterthurer Zielbau Arena, die 2496 Sitzplätze bietet, auch schon Konzerte gespielt: Rockbands wie Muse, Slipknot, Snow Patrol, Billy Talent oder Disturbed traten hier bereits auf.
Video: Alexander Lanner, Michael Caplazi

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Neben den Partien gegen die GCK Lions steht dem EHC Kloten in dieser Saison gegen den EHC Winterthur ein zweites Kantons-Derby auf dem Programm. Während allerdings der Weg nach Küsnacht zu den kleinen Löwen für viele Fans Neuland bedeuten wird, dürfte die Anreise zur Winterthurer «Zielbau Arena» einigen bestens bekannt sein. Klotens Team hat an dieser Stätte jeweils das erste Testspiel vor Saisonbeginn ausgetragen, weil Kloten und Winterthur seit 2015 eine Partnerschaft pflegten.

Spieler konnten so in Winterthur für den Einsatz in der National League aufgebaut werden. Mit dem Abstieg der Klotener in diesem Jahr musste diese Zusammenarbeit beendet werden, da Kloten nun in derselben Liga spielt wie Winterthur. Die Winterthurer bleiben dem Unterland aber treu: Auf Nachwuchsstufe besteht unter dem Label «Youngflyers» nach wie vor eine Kooperation mit Kloten sowie dem EHC Bülach und dem EV Dielsdorf-Niederhasli.

Riesiger Sprung in Profi-Liga

Sportlich hat der EHC Winterthur in der Saison 2014/15 mit dem Aufstieg in die zweithöchste Schweizer Liga den bislang grössten Erfolg in der Klubgeschichte feiern dürfen. In der Swiss League war ein 9. Tabellenplatz am Ende der Spielzeit jedoch das höchste der Gefühle. «Wir sind gegen jeden Gegner nahe dran. In der letzten Saison erreichten wir zwölf Mal die Overtime, davon gingen elf Spiele verloren», führt Alexander Keller, Geschäftsführer des EHC Winterthur, aus. Noch fehle das nötige Quäntchen Qualität und Professionalität. Für diese Saison ist das Erreichen der Playoffs das erklärte Ziel, in drei bis fünf Jahren will man sich unter den Top 3 der Swiss League etablieren.

Das 2002 unter dem Namen Eishalle Deutweg eröffnete Stadion heisst seit Juni 2016 «Zielbau Arena». Foto: A. Lanner

Der 44-jährige EHCW-Geschäftsführer hat selber vor 15 Jahren als Konditionstrainer bei den Winterthurern erstmals Eishockey-Luft geschnuppert. Nach Abstechern zu den ZSC Lions und zur Schweizer Nationalmannschaft hat der ausgebildete Sport-Manager 2015 die EHCW-Geschäftsführung übernommen. «Der Sprung von der 1. Liga in die Swiss League ist riesig», so Keller.

Rückblickend war man von den neuen Anforderungen zwar nicht überrascht, man hätte aber bei anderen Klubs weitere Tipps einholen können, um noch besser vorbereitet zu sein. Mittlerweile wurde die Organisation optimiert. Die Strukturen wurden angepasst, das notwendige Personal rekrutiert. Müsste Keller den Klub mit drei Worten beschrieben, wären das: «leidenschaftlich, ehrgeizig, bodenständig.»

Sportstadt Winterthur

Der EHC Winterthur ist in der Stadt und der Region sehr fest verankert. Der Rückhalt an treuen Fans ist gross, die Wertschätzung ebenfalls. Anders als in Kloten sind in Winterthur allerdings mehrere Vereine der unterschiedlichsten Sportarten auf höchstem oder zweithöchstem Niveau tätig: im Fussball der FC Winterthur, im Handball die Pfadis, im American Football die Warriors oder im Unihockey der HC Rychenberg.

«Kloten ist eine Eishockeystadt, Winterthur eine Sportstadt», sagt Keller dazu. Trotz der grossen sportlichen Auswahl, hat der EHCW seinen Platz gefunden. «Wir spüren, dass unser Verein den Menschen, Sponsoren und Behörden am Herzen liegt», führt Keller aus. Nicht nur finanziell erfahre man Unterstützung. Auch wenn Arbeiten anstehen wie der Einbau von neuen Banden, wie es das Reglement nun vorschreibt, sei Hilfe sofort vorhanden.

Zurück zum Sportlichen: Die Testspiele gegen Kloten endeten immer sehr knapp: 2016 schlugen die Unterländer die Winterthurer 4:3. 2017 behielten die Gastgeber nach dem Penaltyschiessen mit 5:4 die Oberhand, vor rund zwei Wochen gewannen wieder die Klotener – ebenfalls 5:4, ebenfalls nach Penalties. «Die knappen Resultate der Testspiele sagen noch nicht viel über den Verlauf der Saison aus», relativiert Keller. Beide Teams müssten sich erst noch formieren, die Mechanismen erst noch greifen. Vor dem Eishockey-Traditionsklub aus Kloten zittern die Winterthurer nicht. «Angst haben wir vor keinem Gegner», sagt Keller.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 23.08.2018, 14:27 Uhr

Quelle: d-maps, Grafik: mb

Seit 2015 in der zweithöchsten Spielklasse

Vereinsgeschichte
Der EHC Winterthur wurde 1929 gegründet. 1961 stieg er erstmals in die Nationalliga B auf und konnte sich bis 1963 halten. Nach dem Abstieg in die 1. Liga kam es am 30. Mai 1963 zur Fusion mit dem zweiten Winterthurer Klub EHC Veltheim zu Rot-Weiss Winterthur. Am 22. April 1980 erfolgte die Umbenennung in EHC Winterthur. 1983 bis 1985 musste der Verein für zwei Saisons in die 2. Liga. 2007/08 gelang der Aufstieg in die 1. Liga. In der Saison 2009/10 gewann der EHC Winterthur den Titel Schweizer Amateurmeister, aufgrund mangelnder finanzieller Perspektiven verzichtete man auf den Sprung in die National League B. Nach dem Gewinn der Meisterschaft 2014/15 wagte man schliesslich doch den Aufstieg in die National League B. Das Budget für die Saison 2018/19: 2,45 Millionen Franken.

Durchschnittliche Zuschauerzahl in der vergangenen Saison
1028

Bekannte Spieler aus dem Winterthurer Nachwuchs
Urs, Beat und Peter Lautenschlager, Patric Della Rossa, Benjamin Winkler, Adrian und Martin Wichser, Sven Helfenstein, Matthias Schoder, Simon Bodenmann.

Einwohnerzahl Winterthur
110 570 (Stand 2017)

Wirtschaftsstandort
Winterthur bietet 70 633 Arbeitsplätze (Stand 2015).

Nächste Beiz
Das «Molly Malone», oberer Deutweg 4, bietet vor und nach den Partien Irish-Pub-Traditionen wie Fish&Chips, verschiedene Burger sowie eine 7-seiteige Getränkekarte.

Kloten spielt hier am: Freitag, 21. September 2018, 20 Uhr; Samstag, 3. November 2018, 17.30 Uhr; Sonntag, 17. Februar 2019, 18.45 Uhr.all

www.ehc-winterthur.ch

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