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Warum die neue Strategie der Post bitter nötig ist

Die Post kämpft seit Jahren mit schwindenden Geschäften. Eine neue Strategie soll Abhilfe schaffen, doch die kommt erst im zweiten Halbjahr.

Die Schweizerische Post befindet sich im Umbau. Arbeiten an einer Filiale in der Zürcher Innenstadt. Foto: Urs Jaudas
Die Schweizerische Post befindet sich im Umbau. Arbeiten an einer Filiale in der Zürcher Innenstadt. Foto: Urs Jaudas

Bei der Post ist Abwarten angesagt. Denn der grosse Plan des neuen Chefs, Roberto Cirillo, wie die Post in Zukunft aufgestellt ist, wird wohl erst im zweiten Halbjahr spruchreif sein.

Dabei ist diese neue Strategie bitter nötig. Seit Jahren gehen Betriebsertrag und Gewinn zurück. 2019 lag der Gewinn bei 255 Millionen Franken, 2018 waren es noch 404 Millionen. Richtet man den Blick weiter zurück auf das Jahr 2015, so ist ersichtlich, dass der Rückgang noch dramatischer ist. Damals machte die Post einen Gewinn von 645 Millionen Franken. Im gleichen Zeitraum sank der Betriebsertrag um über eine Milliarde Franken.

Entsprechend hoch ist der Druck auf Cirillo und den Verwaltungsrat, dass die neue Strategie aufgeht. Sie soll die Post in den nächsten fünf bis zehn Jahren prägen, wie Cirillo an der Bilanzmedienkonferenz sagte.Zu Details äusserte sich Cirillo aber nicht. Die Post-Spitze betonte, dass die Arbeiten an der Strategie von ihrer Seite her abgeschlossen seien. Nun müsse sie noch mit dem Bund besprochen und allenfalls angepasst werden.

Weniger Kunden in den Filialen

Das Beispiel des Bereichs Postnetz zeigt die grossen Herausforderungen des Unternehmens. Ein ausgebautes Filialnetz wird als wichtig für den Service public erachtet. Gleichzeitig werden die Poststellen aber von den Kunden weniger genutzt. Post-Finanzchef Alex Glanzmann sagte, dass 2019 6 Prozent weniger Zahlungen abgewickelt und 4 Prozent weniger Briefe an den Schaltern aufgegeben worden seien.

Ende letzten Jahres waren es noch 981 eigene Poststellen, welche die Post selbst betrieben hat. Dazu kommen 1136 Postagenturen in Kooperation mit Partnern. Der Abbau beziehungsweise Umbau in Postagenturen geht weiter, auch wenn die neue Strategie noch nicht in Kraft ist. Post-Chef Roberto Cirillo sprach von weiteren 180 Filialen, wo man derzeit einen Dialog über das Fortbestehen führe. Diese Filialen gehören noch zu denen, welche die Post in der aktuell laufenden Strategieperiode überprüfen will. Laut Cirillo wird dieser Prozess bis spätestens 2021 abgeschlossen sein.

Wie es danach weitergeht, ist offen. «Die eigenbetriebenen Filialen sind das Rückgrat des Netzes», betonte Cirillo. So gebe es konkrete Pläne für 300 Poststellen in der ganzen Schweiz, um sie zu modernisieren. 55 solche «Poststellen der Zukunft» führt die Post bereits.

Ein Umbau in der Organisation der Poststellen befindet sich gerade im Abschluss. Dabei hat die Post Teams zu grösseren Einheiten zusammengefasst. Dadurch musste die Post eine Rückstellung von über 40 Millionen Franken vornehmen, weil der Personalabbau über Frühpensionierungen abgewickelt wurde.

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