Rorbas/Freienstein-Teufen

Was 14-Jährige Schülerinnen über den Äther schicken

Die 3. Sekundarklasse von Philippe Zimmermann hat ein eigenes Radioprogramm produziert. Mit Berichten vom Klassenlager in Trogen und einem Interview mit dem Schulleiter.

Pädagogin Samantha Kuster von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gibt den Schülerinnen Franzi (von links), Leonie und Shana am Mikrofon direkt vom Mischpult aus Radio-Schützenhilfe.

Pädagogin Samantha Kuster von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gibt den Schülerinnen Franzi (von links), Leonie und Shana am Mikrofon direkt vom Mischpult aus Radio-Schützenhilfe. Bild: Leo Wyden

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Shana, Franzi und Léonie nahmen im kleinen Radiostudio Platz, setzten Kopfhörer auf und konzentrierten sich auf ihr Manuskript. Übers Mikrofon begrüssten die drei Schülerinnen ihre Schulkameraden, die in den Klassenräumen zuhörten. Sie warfen einen Blick zurück aufs Klassenlager in Trogen, wo sie im interkulturellen Austausch eine Klasse aus Montenegro kennen lernten, sowie Schüler aus Rapperswil. In ihrem Wortbeitrag, der insgesamt knapp vier Minuten dauerte, thematisierten die 14-Jährigen insbesondere die Workshops und erinnerten sich an lustige Erlebnisse.

Dann machten sie den Platz frei für Robin, Tahir und Donato. Die drei Jungs präsentierten die Ergebnisse einer Umfrage über die Pläne der Jugendlichen nach der Lehre. Die Befragten äusserten sich konventionell. Die Burschen sehnen sich nach «einer Freundin, die mich liebt», alle wollen eine Arbeitsstelle finden. Reisen sollen das Leben bereichern, einige träumen vom eigenen Auto und vom Haus. Mit Offenheit widmeten sich die Jugendlichen den Fragen des Lebens. Zwischen den Redebeiträgen wurde Musik gespielt.

Worte statt Noten

Nach der Pause baten dann Shana, Franzi und Léonie Schulleiter Thomas Dahinden zum Interview. Zunächst stellte sich der Schulleiter vor, der zuvor während 16 Jahren als Lehrer an der Schule gewirkt hat, und vor einem Jahr zum Schulleiter ernannt wurde. Die Frage, ob er sich denn als Leiter der Schule wohlfühle, beantwortete er positiv. Und dann erläuterte er die Unterschiede zwischen der Abreit als Lehrer und der Arbeit als Schulleiter.

Im zweiten Teil des Interviews warfen die Jugendlichen die Frage auf, ob es möglich sei, Leistungen mit Worten statt mit Noten zu bewerten. Sehr differenziert ging Dahinden auf die Fragen ein. «Rechtlich ist es zurzeit nicht möglich, ausserdem spricht der hohe zeitliche Aufwand dagegen», sagte er. In den folgenden Beiträgen erzählten Schüler aus ihrem Leben, teilweise sehr persönliche Dinge. Sie träumen von einem glücklichen Leben und einem Beruf, der sie zufrieden macht.

Lager im Kinderdorf

Im Juni hatten die 14 Schülerinnen und Schüler von Philippe Zimmermann das Klassenlager im Kinderdorf Trogen verbracht. Dort beschäftigten sie sich in Workshops mit Themen die ihren Schulalltag und die Zukunft betreffen. Im Nachgang ans Lager erarbeiteten die Jugendlichen die Beiträge im Klassenzimmer für das Radioprojekt. «Die Schüler gingen mit grosser Ernsthaftigkeit an ihre Aufgabe», sagte Zimmermann. «Sie arbeiteten fokussiert und selbständig und lernten viel Neues dabei.»

Viele Schüler waren etwas nervös, freuten sich aber ihre Stimme durch den Äther zu senden. Shana musste sich darauf konzentrieren nicht zu schnell zu sprechen. «Sonst versteht man mich nicht», sagte sie. «Aber es hat auf jeden Fall Spass gemacht, uns Fragen an den Schulleiter einfallen zu lassen und diese vorzubringen.»

Ein mobiles Studio

Samantha Kuster ist als Pädagogin bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi für die Radioprojekte zuständig und hat dafür gesorgt, dass die Technik im umgebauten Transporter einwandfrei funktionierte. «Wir bereisen mit dem Studiobus die deutschsprachige Schweiz. Bei uns dürfen vom fünfjährigen Kindergärtler bis zum 18-jährigen Kantonsschüler alle ihre Gedanken frei äussern», führt sie aus. «Wir hören die unterschiedlichsten Geschichten.» Für Philippe Zimmermann war es das erste Klassenlager und die erste Arbeit mit dem Radiobus. Er zeigte sich mit der Leistung seiner Schüler zufrieden und lobte ihr Engagement.

Die Sendung ist auf www.powerup.ch/podcasts nachzuhören.

Erstellt: 02.10.2019, 14:41 Uhr

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