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Corona in WinterthurWas sich Eltern vor einem zweiten Lockdown wünschen

Während den Corona-Krisenmonaten kommunizierten die Winterthurer Schulen zu unterschiedlich. Das und mehr geht aus einer grossen Elternumfrage hervor.

«Vor allem zu Beginn des Lockdown zu starke Unterschiede gegeben»: Eltern äussern sich zum Fernunterricht.
«Vor allem zu Beginn des Lockdown zu starke Unterschiede gegeben»: Eltern äussern sich zum Fernunterricht.
Foto: Keystone

Wie erging es den Winterthurer Eltern während des Corona-Lockdown, als nicht nur von einem Tag auf den anderen Homeoffice galt, sondern auch Homeschooling? Das wollten die städtischen Elternräte wissen, nun liegen die Resultate einer vor den Sommerferien versandten Umfrage vor.

Die Umfrage wurde über 850-mal ausgefüllt. Ein Schwäche der Resultate ist, dass der Rücklauf aus den Stadtkreisen zum Teil stark variiert, was Vergleiche schwierig macht. Ein zentrales Resultat: In allen Stadtkreisen wurde die Frage «Sind Sie zufrieden, wie die Schule über die Schulschliessung und den Fernunterricht informiert hat?» von gegen 90 Prozent der Teilnehmenden mit Ja beantwortet.

«Das geht so nicht»

Doch laut Cristina Bozzi-Brunel, Co-Präsidentin der IG Elternräte, wünschten sich viele Eltern eine einheitlichere Kommunikation. Dies geht aus den Dutzenden persönlichen Kommentaren hervor, welche Bozzi-Brunel ebenfalls ausgewertet hat.

Ein konkretes Beispiel: «Dass gewisse Schulen ihre Infos über den Elternrat weiterverbreitet haben, geht so nicht.» Das geschah in einem von Bozzi-Brunel nicht genannten Schulkreis. «Die wichtigsten Infos brauchen Eltern direkt von den Schulen, in Form eines Briefs oder per Mail.» Bezüglich Kommunikation habe es vor allem zu Beginn des Lockdown zu starke Unterschiede gegeben, das habe sich auch am Beispiel der Schulschliessung gezeigt: «Einige Eltern erfuhren damals Mitte März erst am Sonntagabend in knapper Form, wie es nun weitergeht.»

In der Umfrageauswertung steht: «Es gab Schulleitungen die ‹nicht existent› waren, Websites hätten aktualisiert werden sollen, viele Infos kamen einfach verspätet bei einzelnen Eltern an. Grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Lehrern wurden so noch mehr wahrgenommen.»

Aufgaben als «Beschäftigungstherapie»

Laut den Umfragergebnissen werde zudem in zahlreichen Kommentaren «mehr Verbindlichkeit» gewünscht. Bei den Korrekturen der Aufgaben und den Aufgaben als solches wünschten sich ein Grossteil der Erziehungsberechtigten mehr Kontrolle und Pflicht. «Wenig Verständnis gab es zum Beispiel für Aufgaben, die als Beschäftigungstherapie vergeben und schlussendlich auch nicht bewertet wurden», heisst es.

Und auch wenn viele Eltern Verständnis für die Situation zeigten, sprechen viele der Befragten davon, dass sie sich «mehr und regelmässigere Betreuung durch die Lehrperson» wünschen.

Für einen allfälligen zweiten Lockdown oder andere derartige Ereignisse braucht es laut den Elternräten dringend einen Notfallplan: «Corona hat gezeigt, dass auch in Winterthur diesbezüglich keine Konzepte vorhanden sind.» Dies wollen die Elternräte nun dem Schuldepartement und der Zentralschulpflege zurückmelden.

Wenig Hardware in Mattenbach

Bezüglich Digitalisierung sei die Schere zudem nochmals weiter aufgegangen: «Schulen, die vorher schon digital fit waren, konnten sich voll ausleben. Die, welche eher hinterherhinken, waren überfordert», sagt Bozzi-Brunel. Auch hätten die Schulen laut der Umfrage in unterschiedlichem Ausmass Hardware zur Verfügung gestellt. Auch hier gelte es, möglichst gleiche Voraussetzungen für alle Schulen zu schaffen.

Dies zeigt das Beispiel von Mattenbach. Dort hatten laut der Umfrage knapp 16 Prozent der Kinder zu Hause keine eigene Hardware für den Fernunterricht zur Verfügung, es ist die höchste Zahl aller Stadtkreise, in Seen waren es über 10 Prozent weniger. Und bei der Frage, ob die Schule bei Bedarf ein Gerät zur Verfügung gestellt habe, verzeichnet Mattenbach auch einen Spitzenwert: 52 Prozent der Eltern beantworteten diese Frage mit Nein. Allerdings geht aus den Kommentaren dann hervor, dass in den meisten Fällen eine Lösung gefunden werden konnte.

Hier geht es zu den detaillierten Resultaten.