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Wasser im Kleinkraftwerk fliesst zum viertbesten Jahresergebnis

Das Kleinkraftwerk hat ein gutes Jahr hinter sich. Nach einer rekordverdächtigen ersten Hälfte wurde im Betriebsjahr 2016 am Schluss das viertbeste Ergebnis erzeilt. Das neue Gewässerschutzgesetz kündigt Sanierungen an, die vom Kanton rückvergütet werden.

Im Kleinkraftwerk un Freienstein fliesst das Wasser zwar, aber in diesen trockenen Tagen zu wenig, um die Turbine anzutreiben.
Im Kleinkraftwerk un Freienstein fliesst das Wasser zwar, aber in diesen trockenen Tagen zu wenig, um die Turbine anzutreiben.
Koni Ulrich

Die Gischt schäumt am Montagabend am Wehr im Freiensteiner Blumer-Areal zwar nur mässig, dennoch erstaunt den Laien, dass die Turbine des Werks gar nicht läuft. «Zu wenig Wasser», lautet später die Auskunft eines Fachmanns zwischen den Traktanden der Aktionärsversammlung im Neuen Kino.

Damit die Turbine ruhig laufe, brauche es eine grössere Wassermenge. Das sei zur Zeit und wohl auch in den nächsten Tagen nicht gegeben. Vier Fünftel des Aktienkapitals sind im Kinosaal vertreten, in Gestalt von 58 zumeist Kleinaktionären, von denen sich viele seit der Gründung der «ToesStrom AG» im Jahre 2002 kennen.

Im Sommer tieferer Abnahmepreis

Verwaltungsratspräsident Thomas Arnet hat gute Nachrichten: Das Jahr 2016 hatte in den Monaten bis Juni eine Wassermenge, wie sie bis dahin noch nie registriert worden war. «Es gab wenig Hochwasser, fast durchwegs gute Abflusszahlen und wenig Unterhaltskosten beim Betrieb», erklärt Arnet. Am Schluss lag die Produktion zwar dann nur noch acht Prozent über dem Durchschnitt, was aber nach dem äusserst trockenen Vorjahr doch als Erfolg taxiert wird.

Dass dieses Ergebnis finanziell nur zum insgesamt siebtbesten Jahr führte, hängt damit zusammen, dass die witterungsbedingte Verschiebung der Hauptproduktion in den Sommer zu tieferen Abnahmevergütungen führte. Diese sind im Sommer rund einen Drittel tiefer als im Winter.

Das Betriebsergebnis 2016 beträgt nach Abzug von Steuern netto 60 000 Franken und die Aktienbesitzer dürfen sich über eine Dividende von drei Prozent freuen. Im Jahre 2005 war erstmals eine volle Jahresproduktion abgerechnet worden, bis Mai dieses Jahres hat das Kraftwerk nun 27 Gigawattstunden Strom produziert.

Jetzt stehenSanierungsarbeiten an

Thomas Arnet weist darauf hin, dass die Schweiz auch heute immer noch rund 60 Prozent des Stroms mit Wasserkraft produziert. Die Wasserkraftwerke seien nicht nur krisensicher, sondern vermöchten mit ihrer Flexibilität auch die schwankende Einspeisung von Strom aus zukünftigen Wind- und Sonnenanlagen auszugleichen.

Laut Arnet hat der Kanton Zürich im Rahmen seiner Aufsichtspflicht betreffend des 1991 gutgeheissenen Gewässerschutzgesetzes diverse Sanierungsziele vorgegeben, welche Schwall, Sunk, Geschiebedurchlass und Fischgängigkeit betreffen. Diese werden die «ToesStrom AG» in den nächsten Jahren beschäftigen. Beruhigend ist dabei, dass die Ausgaben später von der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid rückvergütet werden.

Ein Wechsel im Verwaltungsrat

Nach 17 Jahren im Verwaltungsrat der «ToesStrom AG» wird Ruedi Osterwalder mit vielen Lorbeeren verabschiedet. Er hatte zur Jahrtausendwende den Gründergeist zusammen mit Heiri Landert in die Firma getragen und ihr zu ihrer heutigen Solidiät verholfen. Mit dem Embracher Heinz Nauer, seines Zeichens Bauingenieur und Spezialist im Erhalten und Überwachen von Bauwerken, wird ein geeigneter Nachfolger präsentiert, der einstimmig in den Rat gewählt wird.

Die Annahme des Energiegesetzes durch das Schweizervolk freut Arnet und sein Team des Freiensteiner Kraftwerks, aber der Chef hat zum Schluss einen Kommentar parat: «Die elektrische Energie fliesst weiterhin nach physikalischen Gesetzen und nicht nach dem Energiegesetz.»

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