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Wenn die Grosseltern mit den Enkeln verreisen

In Tiroler Familienhotels schlafen Grosseltern mit ihren Enkeln in der Vierbettsuite und alle profitieren vom grossen Angebot an Aktivitäten. Nicht immer bleiben die Generationen zusammen, zum Gaudi von allen Beteiligten.

Kinder im Glück: Die Erforschung der Steinplatte bietet für alle etwas, vorausgesetzt, die Eltern oder Grosseltern haben daran gedacht, die Badehosen für die Kinder einzupacken.
Kinder im Glück: Die Erforschung der Steinplatte bietet für alle etwas, vorausgesetzt, die Eltern oder Grosseltern haben daran gedacht, die Badehosen für die Kinder einzupacken.
Koni Ulrich

Es fühlt sich an wie auf dem Spielplatz im Wohnquartier: quietschendes, barfüssiges Hüpfen auf dem gewölbten Riesentrampolin da, waghalsiges Hinübertasten auf dem Hängeseil vom einen Hinkelstein zum anderen dort. Der «lange Freitagabend» krönt einen ereignisreichen Tag für zahlreiche Mamis und Papis, Omas und Opas und eine ganze Menge Kinder zwischen 1 und 16 Jahren, die sich abends immer noch auf der Alm tummeln.

Grillieren auf der Terrasse

Die rötlich gefärbte Sonne geht langsam hinter dem hohen Alpenkranz schlafen und wir befinden uns um 19 Uhr immer noch auf 1210 Metern über Meer. Eine grössere Gruppe von Grosseltern mit Enkelkindern hat sich auf der Terrasse zum gemütlichen Grillieren versammelt. Der stämmige Kellner in Lederhosen kurbelt eben das Sonnendach zurück. Die Angestellten beim Selfservice-Buffet haben geduldig die Kinderwünsche erfüllt – meist Chicken Nuggets mit Pommes. Nun sind die Omas und Opas mit ihren vitaminreicheren Salat- und anderen feinen Gerichten an der Reihe.

Nach dem Dessert sind die Jungen bald wieder hinter dem Berghaus unterwegs zum nahen Tummelplatz, diesmal tauchen sie aber gleich wieder auf. Überraschung: Draussen sammeln zwei junge Frauen Kinder jeglichen Alters ein für eine Schatzsuche. «Dürfen wir bitte?» – «Klar doch!» Schon sind sie wieder weg und verschaffen den Grosseltern eine unvorhergesehene Verschnaufpause auf der Terrasse.

Eineinhalb Stunden später sind alle heil zurück. Ziemlich erschöpft, aber glücklich zeigt jeder eine coole Trinkflasche mit Freund Timuk drauf. Bald heisst es Abschied nehmen vom Berg. Bis 23 Uhr können die Gäste den Abend noch geniessen, dann fährt die letzte Bahn des «Langen Freitags».

Die vier Ortschaften Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus und St. Ulrich , welche sich unter dem touristischen Label des Pillerseetals in den Kitzbüheler Alpen zusammengeschlossen haben, sind speziell auf Familienferien ausgerichtet. Neben dem Tourismus generieren die Landwirtschaft und eher kleinere Gewerbebetriebe, meist im Bausektor, regionale Arbeitsplätze.

Programm für Jung und Alt

Bei der geführten Sagenwanderung mit der einheimischen Bäuerin und Familienfrau Lisa erfahren die Teilnehmer Gruseliges über die Habergeiss oder das Ungeheuer vom Sonnberg. Während sich ein andermal die Jungmannschaft im Nieder- und Hochseilgarten unter Anleitung tummelt, können Oma und Opa eine zweistündige Rundtour mit den Elektrobikes geniessen.

So haben am Schluss alle was zu erzählen. Auch die Erforschung des höchstgelegenen Korallenriffs auf der Steinplatte bietet allen etwas. Zum Glück haben die Macher auch an heisse Sommertage gedacht, denn bei 30 Grad am Schatten ist es gut, wenn der Dino im seichten Wasser steht. Dumm nur, wenn die Badehose im Rucksack fehlt.

Im Pillerseetal wird heute fast die Hälfte des Jahresumsatzes, nämlich 47 Prozent, im Sommer generiert, der Rest im Winter. Der hohe Sommeranteil mag uns Schweizer erstaunen, ist aber kein Wunder, wenn wir sehen, was im Pillerseetal in der schneelosen Saison läuft. Wandern sei eben bei den jungen Tirolern ­wieder sexy geworden, sagen die Tourismusverantwortlichen.

Attraktive Angebote

Dem entgegen läuft die Entwicklung, dass in den letzten Jahren kontinuierlich weniger Schweizer kamen. Nach einem einfachen Preisvergleich müsste sich das allerdings wieder ändern ­(siehe Box). Zu einem allfälligen Richtungswechsel im Nachbarland hätten dann die Tiroler auch schon den passenden Kommentar parat: «Passt!»

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