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Kommentar zu WeisslingenWer sparen will, muss verzichten können

Es ist zu einfach, die Arbeit nur dem Gemeinderat zuschieben zu wollen.

Die Gemeindeversammlung zweifelte am Montag offen den Sparwillen des Gemeinderats an – doch die meisten beantragten Sparmassnahmen lehnte sie ab und schrieb gestrichene Ausgaben zurück ins Budget. Eingehend mit den Zahlen befasst hatten sich vor allem jene, die sichergehen wollten, dass ihre Projekte weiterhin finanziert werden. Ohne diese Anliegen im Einzelnen beurteilen zu wollen, steht dieser Effort doch diametral zu den Vorwürfen, die an die Adresse des Gemeinderats gingen.

Mehr sparen, aber nur da, wo es niemandem wehtut – das ist eine unlösbare Aufgabe. Wie viel zusätzlichen Spielraum der Gemeinderat tatsächlich hat, ist schwierig zu beurteilen. Gemeindepräsident Andrea Conzett sagte dazu vor einigen Wochen: «Wir hätten die Steuern gar nie so weit senken dürfen.»

Die Rechnungsprüfungskommission, deren Aufgabe es ist, die finanzielle Situation professionell einzuschätzen, sieht es anders. Ihr Appell, die Steuern nicht zu erhöhen, weil sonst «die Sparmassnahmen einmalig bleiben», lässt sich schon fast als Misstrauensvotum in Richtung Gemeinderat interpretieren.

Doch am Ende stiess die RPK mit ihren zusätzlichen Sparanträgen auf das gleiche Hindernis: Die Gemeindeversammlung lehnte zwei von dreien ab. Der Prüfstein wird also das nächste Budget, und zwar für alle Beteiligten: Kürzt es der Gemeinderat so radikal wie gefordert und wird die Versammlung die Sparmassnahmen tatsächlich tragen? Es reicht nicht, nur den Sparwillen anderer zu kritisieren, manchmal muss man vor allem den eigenen beweisen.