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Landluft-KolumneWie die Nagra den Fischadler wieder ansiedelt

Der wiedergenesene Fischadler Peter hat die Region bereits wieder verlassen und ist in den Aargau zurückgekehrt. Es gibt aber eine Möglichkeit, ihn zurückzuholen.

Die Landluft-Kolumne.
Die Landluft-Kolumne.
Cartoon: Ruedi Widmer

Ein König der Lüfte darf sich alles erlauben: Die Rede ist von Fischadler Peter, erschöpft im aargauischen Rheinsulz rausgefischt und in der Greifvogelstation in Berg am Irchel wieder flügge gemacht. Als er genug erholt war, zog er sogleich seine weissen Sock… äh… Füsse ein und flog zurück in den Aargau, genauer nach Klingnau. Dort hat es schliesslich ein hübsches Schloss in der Altstadt. Und nebenbei auch ein Wasservogel-Schutzgebiet von internationaler Bedeutung.

Das 40 Millionen Franken teure Revitalisierungsprojekt Thurauen sowie die Fische im Rhein und auch das Schloss Laufen verschmähte König Peter hingegen. «Miesepeter, Salpeter, Rasentreter!», möchte man dem undankbaren Gefieder nachschreien, aber eben, er ist halt ein König. Der darf das.

Könige habe es gerne ruhig

Und vor allem haben es Könige wie Fischadler gerne ruhig. Pöbel, der vor ihrer Haustür lärmt oder demonstriert, ist ihnen unangenehm. Lieber ein abgeschiedener Landsitz, Versailles lässt grüssen. Und vielleicht sind auch die Fische im Aargau deutlich grösser, wegen der ähm… strahlend schönen Umgebung.

Denn neben Klingnau befinden sich einerseits die Atomkraftwerke Beznau und Leibstadt, andererseits auch das Atommüllzwischenlager Würenlingen.

Und das gibt der Region, ja dem Kanton Zürich (!), doch auch wieder Hoffnung in Sachen Fischadler: Mit etwas Glück gibt die Nagra in zwei Jahren den Standortentscheid für das Atomendlager im Weinland bekannt, das Gebiet leert sich von allein und einer von Peters Nachfahren (vielleicht dann ein gut verstrahlter Doppeladler?) baut sich nach über hundert Jahren wieder einen schönen Landsitz am Zürcher Rhein. Hach, wie wunderbar das doch wäre!