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Kolumne Krogerus&TschäppelerWie gut ist das Krisenmanagement des Bundesrats?

Es heisst, der Bundesrat höre zu wenig auf die Taskforce. Befolgt er wenigstens die Regeln eines gutes Krisenmanagements? Nun…

Foto: Roman Tschäppeler

Zurzeit beobachten wir einen weltweiten Wettbewerb der Strategien: Alle Länder der Welt haben mit dem Virus zu kämpfen. Alle haben den gleichen Wissensstand. Aber jedes Land ergreift andere Massnahmen – deren Wirksamkeit man live mitverfolgen kann. Die Schweiz hat einen vergleichsweise unentschlossenen Weg eingeschlagen, mit dem Ergebnis, dass sie bei den Infektions- und Todesfallzahlen unrühmlich Höchstwerte erreicht.

Die tieferen Ursachen, warum sich die politische Führung der Schweiz mit der Pandemiebekämpfung so schwer tut, sind komplex und vielfältig. Einer der Gründe scheint zu sein: ein gewisser Unwille, dem Rat von Expert*innen zu folgen. Auf Appelle der Virologie und Epidemiologie reagierte man verspätet oder zögernd. Die Erklärung für das Zögern – die Schweiz könne sich mit Rücksicht auf die Wirtschaft keine härteren Massnahmen leisten – kam aber interessanterweise auch nicht aus der Forschung. Im Gegenteil: Sechzig Ökonom*innen argumentierten in einem offenen Brief für härtere Massnahmen. Aus vermeintlicher Rücksicht auf die Wirtschaft, auf den Föderalismus, auf die Harmonie entschied man sich für einen Kompromiss, der sich aber bisher nicht als win-win, sondern lose-lose herausstellte.

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