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Landluft-KolumneWildensbucherix ist nicht allein

Würde Asterix und Obelix in der Region spielen, gäbe es kein Rom, dafür viele kleine unbeugsame gallische Dörfer.

Diesmal gehts in der Landluft um den Dörfligeist.
Diesmal gehts in der Landluft um den Dörfligeist.
Illustration: Ruedi Widmer

Asterix und Obelix wollen keine Römer sein. Sie wehren sich wortwörtlich mit Hand und Fuss dagegen, dass ihr gallisches Dorf im Imperium aufgeht.

Lange her und sowieso Fiktion? Mitnichten! Erst kürzlich war in dieser Zeitung der Fall des Wildensbucherix zu lesen. Der Unbeugsame hat auf der Ortstafel den Schriftzug «Trüllikon» überklebt. Um im Bild zu bleiben: Er verteidigt mit Klebeband sein kleines gallisches Dorf gegen die Weltmacht Trüllikon.

Ein Einzelfall? Keineswegs! Zwar greifen längst nicht alle zum Klebeband (oder Zaubertrank), der Dörfligeist in der Region ist aber ausgeprägt. Nicht nur im Weinland, aber auch. Historisch gewachsene und/oder über Jahre, wenn nicht Generationen gepflegte Abneigungen gegen die Nachbarn und Nachbarinnen– sie zeigen sich immer wieder und überall.

Etwa wenn es um die Grossfusion im Raum Andelfingen geht. «Lieber Klein als Andelfingen!», war von Kleinandelfingerix etwa zu hören. Nachdem eine Fusion der beiden Nachbargemeinden 2002 gescheitert war, schien dieser Ausspruch ad acta gelegt. Aber nein, Kleinandelfingerix pflegt ihn nach wie vor.

Obwohl; so ganz vergleichbar ist die mögliche Fusion der sechs Gemeinden im Raum Andelfingen nicht. Kein Imperium will die Kleinen schlucken, sie sollen sich ja zusammentun. Aus Humlikerix, Thalheim-an-der-Thurix, Kleinandelfingerix, Andelfingerix, Adlikerix und Henggarterix sollen einheitliche Andelfingerixe und Andelfingeren werden. Am 29. November heisst es dann Alea iacta est, die Würfel sind gefallen.

Der Dörfligeist wiegt schwerer als ein Hinkelstein. Wie schwer, wird sich weisen. Und auch bei einem Ja ist garantiert: Renitente «ixe» und «eren» wirds immer und überall geben.