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Kolumne StadtverbesserinWillkommen in der «Slow Town Winterthur»

Die Stadtverbesserin macht sich Gedanken über die neue Langsamkeit in der Stadt.

Die Stadtverbesserin gibt es ja zu: Sie fühlte sich etwas ertappt. Überall in der Stadt stehen jetzt diese Tafeln mit dem Faultier im Logo. Man solle sich als Velofahrerin in der Altstadt im Schritttempo bewegen. Das ist aber oft nicht möglich – zumindest für die Stadtverbesserin – wenn man doch effizient von A nach B kommen soll. Dafür ist doch das Velo ideal! Es gibt keine mühsame Parkplatzsuche, keine Staus und zudem stösst das Velo keine Abgase aus. Doch im Graben, o.k., ist sie vielleicht etwas schneller als im Schritttempo unterwegs.


Die Kampagne «Slow Town» will sensibilisieren und wirbt für Rücksichtnahme und Langsamkeit. Das nimmt sich die Stadtverbesserin nun zu Herzen. Denn es stimmt eigentlich: Alles etwas gemütlicher zu nehmen, wäre gar nicht übel.


Doch das Umdenken sollte nicht nur dem Flanieren in der Altstadt dienen. Langsamer sollte es auch gehen, wenn wir im Kiosk einen Kaugummi kaufen wollen und vor uns jemand noch am Lottozettel-Ausfüllen ist. Ungeduld ist hier nicht angebracht. Denn die Zahlen sollten mit Bedacht ausgewählt werden. Auch hier wäre Rücksichtnahme angesagt. Schliesslich würde ein Sechser im Lotto der Allgemeinheit in Form von Steuern zugute kommen.


Weise ist es sicher auch, sich im Restaurant nicht aufzuregen, wenn die Rechnung schon lange bestellt ist und niemand zum Einkassieren kommt. Nach dem Essen soll man ruhen, heisst es ja im Volksmund treffend. Ganz im Sinne der trendigen «Slow Food»-Bewegung. Gut genährt bewegt man sich nach dem Restaurantbesuch im Schneckentempo zum Bahnhof. Dann hat man perfekt Anschluss auf den verspäteten Zug nach «Fast Town Zürich».