Winterthur

600 Velos unter der Rudolfstrasse

Jetzt steht fest, wie die Stadt die Veloparkplätze auf der Neuwiesen-Seite des Hauptbahnhofs bauen will.

Veloparkplätze unter dem Boden: Unter der Rudolfstrasse ist ein lang gezogener Abstellkeller geplant.

Veloparkplätze unter dem Boden: Unter der Rudolfstrasse ist ein lang gezogener Abstellkeller geplant. Bild: Heinz Diener

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Die Rudolfstrasse bekommt einen Velokeller. In einem rund 130 Meter langen und 8 Meter breiten Tunnel sollen den Pendlerinnen und Pendlern hier 600 bis 700 Parkplätze zur Verfügung stehen: eine neue bezahlte und bewachte Velostation, wie es sie auf der anderen Seite der Gleise bereits gibt. Das neue Veloparking soll im Rahmen der grossen Bauarbeiten für die Personen- und Velounterführung im Norden des Bahnhofs entstehen. Die Pläne hat der Stadtrat der Baukommission des Gemeinderats nun vorgelegt.

Riesenbaustelle im Zen­trum

«Das ist die grösste und komplizierteste Baustelle im Stadtzentrum überhaupt», sagt Stadtrat Josef Lisibach (SVP) zu den Plänen von Stadt und SBB für die neue Unterführung. Die Hauptpunkte: Die Personenunterführung wird von 4,5 auf 17,5 Meter verbreitert. Gleich daneben wird eine Velo­unterführung mit Rampen zur Turnerstrasse auf der einen und der Rudolfstrasse auf der anderen Seite gebaut mit direktem Zugang zur neuen Velostation.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 85 Millionen Franken. Den Löwenanteil der Kosten tragen SBB und Kanton. Die Stadt steuert einen Beitrag von rund 6,5 Millionen Franken an die Personenunterführung bei, die im Rahmen des Masterplans Bahnhof schon eingeplant sind. Die 32 Millionen für die Velounterführung übernimmt der Kanton voll. Das Projekt liegt seit Mitte April öffentlich auf. Wie die Stadt gestern mitteilte, wurden letzte Woche Grundeigentümer und Anwohner informiert. Das Interesse der Bevölkerung ist gross, am Infoabend erschienen über 100 Personen.

Rolf Wartmann, Inhaber des Hotels Wartmann an der Rudolfstrasse, lebt schon jetzt mit Baulärm. Denn die Sanierung des Parkdecks über dem Hauptbahnhof läuft bereits. Die Bauarbeiten für den neuen Velokeller werden ihn noch viel stärker betreffen: Die Veloanlage wird – um die Breite der Strasse auszunutzen – bis an die Kellermauern der Häuser herangebaut. «Es wird direkt an meiner Fassade geschachtet. Das wird nicht lustig», sagt Wartmann. Der Boden, unter dem der Velokeller geplant ist, ist vor seinem Hotel sogar Privatbesitz. Die Verhandlungen mit der Stadt für die Nutzung laufen.

«Sehr, sehr steiniger Weg»

Die Bauarbeiten könnten sich noch ausdehnen: Eventuell wird der «Veloparkiertunnel» unter der ganzen Länge der Rudolfstrasse bis vor die Migros-Klubschule weitergeführt. Denn der Gemeinderat hat den Stadtrat Ende 2014 beauftragt, auch auf dieser Seite des Bahnhofs eine Veloabstellanlage zu planen.

Bei all der Bauerei fürchtet Wartmann um die Nachtruhe seiner Gäste. Er lobt aber die bisherige Information seitens der Stadt: «Man hat das Gespräch gesucht. Das hat mich positiv überrascht.» Er begrüsst denn auch die Baupläne: «Das Endprodukt sieht gut aus, auch wenn der Weg dorthin sehr, sehr steinig wird.»

Eine neue Flaniermeile

Dieses Endprodukt ist eine Flaniermeile auf der «anderen Seite» des Hauptbahnhofs. Randsteine gibt es keine mehr. Restaurants haben die Möglichkeit, Tische auf die Strasse hinauszustellen. Die rund 1000 Veloabstellplätze an der Erdoberfläche bleiben übrigens erhalten. Baustadtrat Lisibach erklärt, das gesamte Projekt verbinde die Altstadt viel besser mit dem Neuwiesenquartier und dem neuen Stadtteil Sulzer-Areal. Und trotz Flaniermeile bliebe eine «vernünftige Zufahrt» für Anwohner und Gewerbe möglich. Lisibach sagt: «Nach dieser Aufwertung wird die Rudolfstrasse nicht mehr die ‹andere Seite› des Bahnhofs sein.»

Erstellt: 08.05.2015, 22:07 Uhr

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