Winterthur

Burgruine Alt-Wülflingen: Schäden sind grösser als erwartet

Der Zustand der Burgruine Alt-Wülflingen ist schlechter als erwartet. Die Sanierungskosten steigen. Mindestens bis im Sommer 2016 bleibt sie gesperrt.

Heute wird die Burgruine provisorisch mit Spannsets gesichert. Die Sanierung wird teurer als erwartet.

Heute wird die Burgruine provisorisch mit Spannsets gesichert. Die Sanierung wird teurer als erwartet. Bild: Heinz Diener

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Was die Burgruine Alt-Wülflingen vor über 950 Jahren besonders trutzig machte, ihr doppeltes Buckelquader-Mauerwerk, lässt sie heute erodieren: Die Feuchtigkeit, die Sand und Schotter zwischen den rund zwei Meter dicken Mauerringen aufgesogen haben, hat dem Bergfried arg zugesetzt, besonders der Frost im Winter. Ganze Brocken sind inzwischen abgeplatzt, und meterlange Risse haben sich gebildet. Bereits Ende 2013 liess der Stadtrat den 18 Meter hohen Turm wegen akuter Einsturzgefahr sperren und sicherte ihn behelfsmässig mit Spannsets. Doch statt wie geplant diesen Herbst, wird die Burgruine frühestens im Sommer 2016 wieder zugänglich. Die Schäden sind weitaus grösser als anfangs befürchtet. «Grossflächiger und substanzieller», sagt Stadtforstmeister Beat Kunz.

Den Ansatz, die Mauern mittels Metallgurten aus T-Trägern zusammenzuhalten, musste das Amt für Städtebau, das die Sanierung plant, deshalb wieder verwerfen. «Die Sache ist komplexer als ursprünglich erwartet», sagt Stadtbaumeister Michael Hauser.

Es wird teuer

Besonders aufwendig wäre, wenn Spezialisten die Quader gross­flächig einzeln ausbauen und neu einleimen müssten. Teurer als geplant wird die Sanierung aber ­ohnehin. Bisher schätzte man die Gesamtkosten für die Stadt auf mindestens 500 000 Franken. 150 000 Franken bewilligte der Stadtrat bereits für die Notmassnahmen, und im Investitions­budget des Forstbetriebes sind 385 000 Franken eingeplant. Spätestens im Herbst wolle man dem Stadtrat das endgültige Sanierungsprojekt vorlegen. «Die Abklärungen brauchen Zeit. Wir wollen dem Stadtrat eine gute Entscheidungsgrundlage vorlegen, die eine günstige, sichere und nachhaltige Lösung bietet», sagt Hauser. Derzeit prüfe man verschiedene Varianten. Die effektiven Mehrkosten liessen sich noch nicht abschätzen.

Gesuch an den Kanton

Dem Zerfall überlassen kann und will die Stadt die Burgruine aus dem 11. Jahrhundert nicht. Sie ist überkommunal geschützt (Bundesschutzobjekt A). Als Besitzerin ist Winterthur für deren Pflege und Unterhalt gesetzlich verpflichtet. Auf namhafte finanzielle Unterstützung darf die Stadt hoffen, wenn sie beim Kanton ein entsprechendes Gesuch stellt und dieser sich ans Bundesamt für Kultur (BAK) wendet. «In der Regel übernehmen wir bei Restaurationen rund ein Drittel der Kosten», sagt Roger Strub von der kantonalen Denkmalpflege. Zieht auch das BAK mit, wären maximal weitere 25 Prozent der Kosten gedeckt, insgesamt also über die Hälfte. Sicher ist das nicht. Die Beiträge sind freiwillig. Und noch haben Bund und Kanton die Programmvereinbarung für 2016 nicht ausgehandelt. Sie gibt den finanziellen Spielraum vor.

Bewilligt auch der Gemeinderat die zusätzliche Investition, können die Sanierungsarbeiten frühestens nächsten Frühling beginnen, die Alt-Wülflingen muss nochmals einen Winter überstehen. «Das letztes Jahr installierte Holzdach verhindert, dass neues Wasser zwischen die Mauern läuft», sagt Beat Kunz. Der Zugang zum Bergfried bleibt gesperrt. Kunz hat ein neues Warnschild aufstellen lassen und den Zaun verstärkt: «Es können sich jederzeit Brocken aus der Mauer lösen.»

Erstellt: 14.05.2015, 20:43 Uhr

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