Adlergarten

«Den Spitalcharakter erfolgreich ausgetrieben»

Am Samstag wurde, nach einer Bauzeit von gut zwei Jahren, das Alterszentrum mit einem Festakt wieder eröffnet.

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Gemeinsam zogen die Bauvorsteher Josef Lisibach (SVP) und Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP) die grosse rote Tüllschleife auf, die den Zugang zum Adlergarten versperrte. Mit dem feierlichen Akt war symbolisch der Umbau des Alterszentrums beendet und die geladenen Gäste konnten sich auf den Weg in den Festsaal machen. Neben allen Bauverantwortlichen und den Entscheidungsträgern aus dem Bereich Alter und Pflege waren auch zahlreiche Politiker anwesend. Geladen waren etwa die beiden alt-Stadträtinnen Pearl Pedergnana (SP) und Maja Ingold (EVP), unter deren Ägide die Sanierung in die Wege geleitet worden war.

Schon vor fast zwanzig Jahren habe man erkannt, dass eine umfassende Sanierung unausweichlich sei, sagte Galladé und bedankte sich bei allen Anwesenden für ihre Mühe und Geduld. Lisibach machte klar, wie wichtig eine Sanierung des 1964 bis 1968 erbauten Hauses war, das die Ansprüche an eine zeitgemässe Pflege nicht mehr erfüllte: «Dem Adlergarten wurde der Spitalcharakter gründlich ausgetrieben.» Franziska Mattes, Bereichsleiterin Alter und Pflege, freute sich über den gelungen Umbau und hob hervor, dass die Einrichtungen des Alterszentrums wie Coiffeur, Fusspflege und Restaurant auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Gerade im Restaurant hoffe man auf eine «rege Durchmischung».

Blick aufs Wasser

Von der Attraktivität des Selbstbedienungsrestaurants konnten sich die Gäste bei einem Rundgang überzeugen: Tische aus dunklem Holz und passende Stühle mit hellgrünen Polstern, ein unverstellter Blick auf den Teich und den Park, dazu vor den grossen Fensterfronten eine grosse Terrasse. Ein Blickfang ist auch das reichhaltige Kuchenbuffet.

Generell sticht die sorgfältig durchdachte Planung ins Auge, jedes Detail ergibt einen Sinn. Beispielsweise wurde im Aufenthaltsraum der geschlossenen Wohngruppe für Menschen mit Demenz eine Tür so versetzt, dass sie nicht ständig im Blickfeld ist. Den Bewohnenden wird die Orientierung im Gebäude durch Piktogramme erleichtert, wie etwa Schere und Kamm für den Coiffeur. Die grossen Zimmernummern sind aus dem gleichen Holz, aus dem der Boden und die Möbel der jeweiligen Wohngruppe sind.

Komfort und Privatsphäre

Die Zimmer sind komfortabler als früher, statt Viererzimmer gibt es nur noch Ein- oder Zweibettzimmer mit integriertem Bad. In der Mitte jeder Etage ist das Herzstück der Wohngruppen angelegt, ein heller Aufenthaltsraum. Hier wird an Tischen gegessen; das Essen wird individuell auf Teller geschöpft und nicht mehr auf Tabletts serviert, auf denen es lange zuvor die Küche verlassen hat. Auch eine Küchenzeile für die Bewohnenden gibt es, dort soll zum Beispiel am Wochenende gemeinsam Zopf gebacken werden.

Das Wohl der Bewohner stand an oberster Stelle bei der Auswahl des Mobiliars. Am augenfälligsten wird das in der Demenz-Wohngruppe. Dort stehen hohe Sofas mit gerader Lehne, aus denen auch ein alter Mensch problemlos aufstehen kann. Auch andere liebevolle Details fallen ins Auge. Demente haben oft einen immensen Bewegungs- und Tatendrang, vor allem Nachts. Dafür wurde in einer Ecke ein Nachtcafé eingerichtet, in dem das Pflegepersonal die schlaflosen Leute beschäftigen kann. Ein abgeschlossener Demenzgarten sorgt für Bewegungsfreiheit. «Niemand möchte zwar freiwillig hierher», sagte Stadtbaumeister Michael Hauser, «aber es tut gut zu wissen, dass man in einem solchen Fall gut aufgehoben wäre.»

Erstellt: 12.04.2015, 18:06 Uhr

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