Winterthur

Der sechste Anlauf der Grünliberalen: Annetta Steiner solls richten

Die abtretende Gemeinderatspräsidentin ist für den 7. Juli als Stadtratskandidatin vorgeschlagen.

Annetta Steiner (GLP) kandidiert für den frei werdenden Stadtratssitz.

Annetta Steiner (GLP) kandidiert für den frei werdenden Stadtratssitz. Bild: Marc Dahinden

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Dreimal Michael Zeugin, dann je einmal Beat Meier und Annetta Steiner. Die Grünliberalen haben schon fünfmal versucht, einen Stadtratssitz zu erobern. Gestern teilten sie mit, Steiner wieder zu nominieren für die Ersatzwahl am 7. Juli um den frei werdenden Sitz von Yvonne Beutler (SP). «Die GLP ist heute an einem ganz anderen Punkt als vor ein paar Jahren», sagt dazu Fraktionschefin Katrin Cometta: «Wir haben uns als eigene Kraft in der Politik etabliert und bewiesen, dass wir eine Mitteposition vertreten, die oft ausschlaggebend ist.» Die Partei schreibt zudem: Es sei wichtig, «dass alle politisch massgeblichen Kräfte in der Stadtregierung vertreten sind». Die Grünliberalen haben heute sieben Sitze im 60-köpfigen Stadtparlament. Die FDP im Vergleich hat neun Sitze und zwei Stadtratsmitglieder, die SVP hat zehn Parlamentssitze, aber keinen Stadtrat. Die CVP stellt mit drei Parlamentssitzen den Stadtpräsidenten, die Grünen haben fünf Gemeinderats- und einen Stadtratssitz, und die SP stellt mit 18 Parlamentssitzen drei Stadträtinnen. Mit dem Rücktritt von Yvonne Beutler bietet sich nun der GLP und der SVP die Gelegenheit, das Machtverhältnis im Stadtrat zu kippen.

«Ich bin die, die ich bin»

GLP-Kandidatin Annetta Steiner ist 55-jährig, seit 2009 im Gemeinderat und hat das letzte Jahr als dessen Präsidentin gewirkt. Als «höchste Winterthurerin» hatte sie Gelegenheit, an unzähligen Veranstaltungen Kontakte zu knüpfen und sich zu präsentieren, was ihr beim erneuten Wahlkampf zugutekommen könnte. 2018, vor ihrem Präsidialjahr, hatte sie bei der Stadtratswahl nur das neuntbeste Resultat erzielt und das absolute Mehr verpasst. «Ich habe seither viele Erfahrungen gemacht und gelernt, wie man sich in Wahlsituationen verkaufen muss», sagt sie. Sonst werde sie nicht viel anders machen als vor einem guten Jahr: «Ich bin und bleibe die, die ich bin.» Sie präsentiert sich als Brückenbauerin, die «der Polarisierung in der Politik kon-struktiv entgegenwirken» könne. Für eine Konsenspolitik, sagt sie, brauche es «Offenheit zum Zuhören und Kreativität für gute Kompromisse».

Sportlerin und Präsidentin

Privat lebt Annetta Steiner mit ihrer Partnerin altstadtnah, sie hat ein eigenes Büro als Kommunikationsberaterin für Umweltkampagnen, und sie ist Verwaltungsrätin beim Sportkomplex Win4. Sie kam als Unihockeyspielerin vor rund 20 Jahren von Dietlikon nach Winterthur, präsidierte die Red Ants Winterthur sowie mehrere andere Vereine.

Erstellt: 16.04.2019, 10:37 Uhr

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